Die Kirche spart weiter

Die Kirche St. Barbara gehörte zu denen, die in der ersten Sparrunde aufgegeben wurde, inzwischen steht hier ein Heim für Menschen mt Behinderung.
Die Kirche St. Barbara gehörte zu denen, die in der ersten Sparrunde aufgegeben wurde, inzwischen steht hier ein Heim für Menschen mt Behinderung.
Foto: WAZ FotoPool
St. Cyriakus lädt zur Pfarreiversammlung. Verantwortliche wollen über die vom Bistum verlangten Einsparungen diskutieren. Gremium hat Konzept erarbeitet.

Bottrop..  Die Pfarreien im Bistum Essen stehen vor der nächsten großen Sparrunde. Bis 2030 müssen sie die Hälfte ihrer Ausgaben einsparen. Wie sie das machen überlässt das Bistum den Pfarreien vor Ort. Als erste der beiden Bottroper Pfarreien will St. Cyriakus ein Konzept vorstellen. Alle Mitglieder und Interessierten sind deshalb am Mittwoch, 21. Oktober um 19.30 Uhr zur Pfarreikonferenz im Katholischen Stadthaus eingeladen.

Intensive Beratungen seit Mai

Seit Mai hätten sich die Gremien intensiv damit beschäftigt, „wie wir auch künftig eine lebendige Kirche hier vor Ort in Bottrop sein können“, heißt es in der Einladung. Die Ergebnisse dieses „Pfarreientwicklungsprozesses“ wollen die Verantwortlichen in der kommenden Woche vorstellen und den Gläubigen und Bürgern der Stadt die Möglichkeit geben, die nun im Raum stehenden Ideen zu diskutieren. Auch die Frage, was bisher möglicherweise übersehen worden sei, ist erlaubt.

Wie die Vorschläge im Detail aussehen, ist noch nicht bekannt. Doch nachdem das Bistum 2014 seine Aufforderung an die Pfarreien öffentlich machte, äußerte sich Propst Paul Neumann gegenüber der WAZ wie folgt: „Die Veränderungen könnten mindestens so gravierend sein wie die, die wir bei der Umstrukturierung 2005 erlebt haben.“ Damals wurden mehrere katholische Kirchen in Bottrop geschlossen und die bis dahin eigenständigen Pfarreien zu den zwei Großpfarreien zusammengelegt.

Ein Blick in die Nachbarstadt scheint diese Einschätzung zu unterstreichen. In Gladbeck ist man bei Pfarrentwicklungsprozesse schon etwas weiter und hat die Ideen bereits vorgestellt. Am Ende bleiben dort drei katholische Kirchen übrig. Vier Gotteshäuser werden aufgegeben. Statt in Denkmäler und somit in die Vergangenheit, so der dortige Propst André Müller bei der Vorstellung des Konzepts, investiere die katholische Kirche in Menschen, Projektarbeit vor Ort und damit in die Zukunft. In allen Stadtteilen sollen laut „Rahmenplan“ die Gemeinde- und Jugendheime als Zentren und Orte der Begegnung erhalten bleiben. Denkbar also, dass auch den Katholiken in Bottrop ähnliche Einschnitte bevorstehen.

Eine Koordinierungsgruppe mit Mitgliedern des Pfarrgemeinderates, des Pastoralteams und des Kirchenvorstandes haben beraten, um den Gremien der Pfarrei einen Vorschlag für die Zukunft abzugeben. Begleitet wurde der Prozess durch Vertreter des Bistums.

Auch St. Jospeh arbeitet an Konzept

Ein Prozess, der auch der zweiten Bottroper Pfarrei, St. Joseph bevorsteht, Doch dort ist man noch nicht soweit wie in Cyriakus, so Pfarrer Marin Cudak. Die Koordinierungsgruppe habe die Arbeit aufgenommen, nachdem nun auch das Bistum die Gebäude der Pfarrei bewertet habe. Denn wenn es darum gehe, Kirchen zu erhalten oder aufzugeben, spiele auch der bauliche Zustand eine Rolle. Auch in St. Joseph will man die Pfarreimitglieder einbinden.

 

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