Die drei Damen vom Café

Heike Lorenz (r.) und Theodora Schröer arbeiten ehrenamtlich im Cafe des Vinzenzheimes.
Heike Lorenz (r.) und Theodora Schröer arbeiten ehrenamtlich im Cafe des Vinzenzheimes.
Foto: WAZ FotoPool
Im Vinzenzheim kümmern sich ehrenamtliche Gastgeberinnen um das Wohlder Treff.Punkt-Besucher. Ein Glückgriff für alle Beteiligten

Bottrop/Gladbeck.  Ihre Finger umklammern die Stuhllehne, Theodora Schröer sitzt wie auf dem Sprung an der Kante; die 63-Jährige ist ein bisschen kribbelig: Bald kommen die ersten Besucher, die sich im Café bei Kaffee und Kuchen in geselliger Runde eine nette Abwechslung zu machen. Und richtig: Eine Dame steuert mit ihrem Rollstuhl zielstrebig einen Tisch an. Ihr Stammplatz? Theodora Schröer weiß Bescheid. Ein Herr betritt den Raum. „Hallo Dieter“, grüßt die frühere Heilpädagogin. Die Gastgeberin kennt halt die meisten Menschen, die sich allmählich einfinden. Und da hält es Theodora Schröer nicht länger auf ihrem Sitz: Sie eilt zu den Herrschaften. Denn das ist ihr Job. Die Küche tipptopp in Ordnung halten, Getränke und Gebäck servieren, sich um die Besucher kümmern. Und das tut sie unentgeltlich.

Betreuung mit Sahnehäubchen

Denn Theodora Schröer, Edeltraud Reichardt und Heike Lorenz sorgen als ehrenamtliche Kräfte dafür, dass es wie am Schnürchen läuft im Treff.Punkt, dem Café im Seniorenzentrum Vinzenzheim an der Buerschen Straße – eine Einrichtung des Diakonischen Werkes Gladbeck-Bottrop-Dorsten. Einmal in der Woche macht eine der Damen aus dem Trio zwischen 14 und 17 Uhr „Dienst“. Seit gut einem Jahr packt Schröer mit an – dafür ist ihr auch der Weg aus Bottrop nicht zu weit. Sie erzählt: „Ich suchte etwas, um mich ehrenamtlich zu engagieren.“ Aber es sei schon schwierig gewesen, etwas zu finden, „was zu mir passt“. Schließlich wollte sie unbedingt etwas mit Menschen zu tun haben. Das hat sie nun – und sie fühlt sich sichtlich wohl auf ihrem Posten.

Auch die Gladbeckerin Heike Lorenz genießt es, im Treff.Punkt zu wirken. Die 52-Jährige wurde durch eine Annonce im Kirchenblatt auf die ehrenamtliche Tätigkeit als Gastgeberin aufmerksam. Und als solche verstehen sich die Damen auch: Da geht’s längst nicht nur um das Tässchen Kaffee und das Stück Pflaumen- oder Apfelkuchen. Denn das Sahnehäubchen dieser Café-Besuche ist für die meisten die Aufmerksamkeit, die die Ehrenamtlichen ihnen schenken. Und Lorenz & Co. bekommen viel zurück. „Die Arbeit ist gut fürs Selbstbewusstsein. Ich bin froh, hier zu sein. Wenn ich nach Hause komme, habe ich das Gefühl, etwas geleistet zu haben“, plaudert die 52-Jährige, die schon als Friseurin, Feinmechanikerin und manch anderes gearbeitet hat. Und springt auf, als ein Teller scheppernd zu Boden geht und zerspringt.

„Scherben bringen Glück, aber keine Glasperlen“, witzelt jemand. Und als Glück empfinden nicht nur die drei Damen vom Treff ihr ehrenamtliches Engagement, sondern auch Bewohner und das Diakonische Werk.

Verstärkung in allen Bereichen willkommen

Joachim Georg, Regionalleiter der Seniorenhilfe, ist voll des Lobes: „Unsere Gastgeberinnen sind eine echte Bereicherung für unser Haus. Sie verbinden unsere Bewohner durch ihre kleinen Geschichten mit der Welt und halten sie auf dem Laufenden.“

Und Regina Bürger stimmt zu: „Die Damen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr herzlich sind. Sie haben hier schon viele Beziehungen aufgebaut.“ Die Diakonie lege Wert darauf, dass den ehrenamtlichen Kräften viel Aufmerksamkeit zuteil werde, so die Referentin für Freiwilligendienste: „Wir bemühen uns um eine Anerkennungskultur.“

Das Gladbecker Vinzenzheim hat 80 Bewohner, plus 24 Plätze in der „Jungen Pflege“. Elf Ehrenamtliche „in allen Bereichen unterstützen unsere Arbeit“, sagt Georg. Über Verstärkung – nicht nur im hauseigenen Café – würden er und Bürger sich freuen. Selbst, wenn jemand nur eine einzige Stunde Zeit für eine Tätigkeit hätte. Interessierte können sich unverbindlich informieren. Kontakt: Joachim Georg, 29 50 94 37.

 
 

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