Die A 52 könnte auf Bottroper Gebiet 2019 gebaut werden

Michael Friese
Heute Bundesstraße 224, demnächst A 52: Wenn Klagen den Ausbau nicht verzögern, könnten 2019 die Bagger anrollen.
Heute Bundesstraße 224, demnächst A 52: Wenn Klagen den Ausbau nicht verzögern, könnten 2019 die Bagger anrollen.
Foto: www.blossey.eu
Die Projektleiterin zeigt zeigt den weiteren Werdegang auf. Bis zur Ausführung gibt es noch einige Hürden. Gladbeck muss jetzt grünes Licht geben.

Bottrop. Frühestens 2019 könnte mit dem Ausbau der heutigen Bundesstraße 224 zur Autobahn 52 begonnen werden. Diese Einschätzung vertritt die zuständige Projektleiterin der Landesbehörde Straßen.NRW, Helgard Kleischmann.

Das Datum setzt allerdings voraus, dass die Einwendungen gegen den beabsichtigten Lückenschluss zwischen A 42 und A 2 nicht in Prozessen münden. Die würden Verzögerungen hervorrufen. Dennoch zeigt sich Kleischmann weit zuversichtlicher als eine Sprecherin des Landesverkehrsministeriums, die kürzlich gegenüber Radio Emscher-Lippe einen Baubeginn im Jahr 2028 für wahrscheinlicher hielt.

1500 Einwendungen

Bei Straßen.NRW stapeln sich zurzeit 1500 Einwendungen aus Bottrop und Gladbeck gegen das Projekt. „Die sind zum Teil gleichlautend. Wir setzen uns aber mit jeder Frage auseinander und geben unsere Einschätzung, eventuell auch Vorschläge zu Planänderungen an die Bezirksregierung weiter.“ Diese Arbeit werde voraussichtlich Mitte 2016 abgeschlossen sein. „Ein ziemlich langer Zeitraum für die Bürger. Das sehen wir auch. Aber es müssen noch aktuelle Entwicklungen wie die Ikea-Ansiedlung und Bauten der Emschergenossenschaft berücksichtigt werden“, sagt Projektleiterin Helgard Kleischmann.

Bezirksregierung antwortet

Die Einwender erhalten im Anschluss eine Antwort von der Bezirksregierung und werden dann zu einem nicht öffentlichen Erörterungstermin eingeladen. Der könnte Ende 2016 oder Anfang 2017 anberaumt werden, übrigens getrennt für Bottroper und Gladbecker. Danach kommt es zum so genannten Planfeststellungsbeschluss, und wenn der nicht beklagt wird, beginnt der Ausbau der A 52.

Als nächster Schritt in dem komplexen Ablauf ist ein Votum des Gladbecker Rates fällig. Er wird am 26. November Farbe bekennen müssen, ob er für oder gegen den A 52-Ausbau ist. Die gegenwärtigen Signale deuten auf ein Pro.

Wie berichtet, haben sich jüngst Spitzenvertreter der Nachbarstadt mit dem Bundesverkehrsministerium unter anderem darauf geeinigt, die Tunnel-Verlängerung ad acta zu legen und den Lärmschutz bis weit nach Gelsenkirchen zu verlängern.

"Der Lärmschutz unterliegt Standardreglungen"

Das führte in der Bottroper Leserschaft zu der Frage, ob nun ein Zwei-Klassen-Lärmschutz entstehe. Helgard Kleischmann: „Davon kann keine Rede sein. Denn der Lärmschutz unterliegt Standardregelungen. Für Gladbeck wurde er vor allem im Bereich des Naherholungsgebiets Wittringen mit Aufschüttungen und Gambionen erweitert. Davon können sicher auch Bottroper profitieren.“