Der Topf zur Denkmalförderung leert sich

Renate Kuchenbäcker vor dem Hauptgebäude von Schloss Beck in Kirchhellen.
Renate Kuchenbäcker vor dem Hauptgebäude von Schloss Beck in Kirchhellen.
Foto: WAZ FotoPool

Bottrop..  Elf Bottroper Denkmäler wurden in den letzten Jahren aus dem Fördertöpfen des Landes saniert und restauriert – unter anderem Schloss Beck, das Rathaus und Haus Brabeck. „In den vergangenen drei Jahren wurde die Denkmalpflege mit Fördermitteln in Höhe von 269 000 Euro bezuschusst“, fasst Thorsten Kastrup von der unteren Denkmalbehörde zusammen.

Jetzt plant die rot-grüne Landesregierung, die Fördermittel für die Denkmalpflege in den nächsten Jahren drastisch zurückzufahren. Für dieses Jahr wurden statt der bisherigen 11,4 Millionen Euro nur noch 9,4 Millionen eingeplant. Im nächsten Jahr sollen die Mittel um weitere sechs Millionen Euro gekürzt und 2015 vollständig durch Darlehen ersetzt werden.

109 Denkmäler betroffen

In Bottrop sind 109 Denkmäler gelistet, die theoretisch von den Kürzungen betroffen sind. Thorsten Kastrup zeigt sich daher enttäuscht von den in Düsseldorf geschmiedeten Plänen: „Das zeigt, dass die allgemeine Wertschätzung baukulturell bedeutsamer Gebäude sinkt.“

Zwar sei noch nicht entschieden, was in den nächsten zwei Jahren tatsächlich passieren werde, die Kürzungen im Haushaltsplan 2013 sind für ihn aber bereits ein deutliches Signal.

In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Denkmalpflege Ruhrgebiet, in dem Vertreter der Denkmalbehörden einer großen Zahl nordrhein-westfälischer Städte und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zusammen kommen, bereitet Kastrup eine Stellungnahme vor, die der Sicherung der Förderung von Denkmalpflege dient und der Landesregierung zur Abstimmung vorgelegt werden soll.

Investitionen überdenken

Auch unter den Denkmalsbesitzern lösen die Regierungspläne Unmut aus. Schloss Beck befindet sich im Eigentum der Familie Kuchenbäcker. Die Geschäftsführerin des Freizeitparks, Renate Kuchenbäcker: „Vor zwanzig Jahren hat sich das Land mit bis zu 33 Prozent an Sanierungsmaßnahmen beteiligt. Als wir die Dachgauben renoviert haben, waren es nur noch zehn Prozent.“ Wenn die Fördermittel in Zukunft komplett wegfielen, müsse sie überlegen, ob sie noch in die Denkmalpflege investieren könne.

In diesem Jahr wollte Renate Kuchenbäcker eigentlich Vorder- und Hintereingang renovieren. Dafür hat sie bei der unteren Denkmalbehörde einen Förderantrag gestellt, der wiederum an die Bezirksregierung in Münster weitergeleitet wurde. Bisher hat sie noch kein Geld bewilligt bekommen. „Der Vorgang läuft aber noch“, hofft sie auf weiterhin auf Unterstützung.

 
 

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