Der Hafen in Bottrop: Umschlag am Kanal läuft hoch effizient

Der Bottroper Hafen gehört mit seiner Tagesleistung von 12 000 Tonnen zu den kleinen Umschlagsplätzen am Rhein-Herne-Kanal. Doch er ist zugleich einer der effizientesten.
Der Bottroper Hafen gehört mit seiner Tagesleistung von 12 000 Tonnen zu den kleinen Umschlagsplätzen am Rhein-Herne-Kanal. Doch er ist zugleich einer der effizientesten.
Foto: Friedhelm Wessel
Klein, aber fein: Am Bottroper Hafen gehen Koks, Kohle und chemische Produkte in die Laderäume der Schiffe. 1,4 Millionen Tonnen waren es 2015.

Bottrop.. Rund 1,4 Millionen Tonnen Koks, Kohle und chemische Produkte wurden an den beiden Bottroper Hafenanlagen mit ihren fünf Liegeplätzen im vergangenen Jahr umgeschlagen. Mit Übernahme durch den Kokereibetreiber Arcelor-Mittal und den Dorstener Betrieb Suden hat sich dort einiges verändert.

Die Entladung der Schiffe geschieht jetzt mit zwei Baggern, einer sogar mit Elektroantrieb. Lastwagen-Transport durch den Hafenbereich gibt es nicht mehr, Koks und Kohle erreichen das Zwischenlager über ein Bandsystem. Dieses Lager kann 44 000 Tonnen pro Woche aufnehmen. - Die Bottroper Kaianlagen gehören zwar zu den kleinen Umschlagsplätzen am Rhein-Herne-Kanal. Aber sie arbeiten zugleich höchst effektiv.

Geschichte

Beim Bau des Rhein-Herne-Kanals vor über 100 Jahren bewies man in Bottrop Weitblick, denn gleichzeitig begannen hier die Vorbeitungen zur Anlage eines Hafens, der 1914 seinen Betrieb aufnahm. Damals wurden vor allem Kohlen aus den umliegenden Zechen verschifft. Neben Prosper waren das die staatseigenen Hibernia-Pütts Rheinbaben und die Möllerschächte. Das schwarze Gold des Reviers wurde unter anderem dringend zur Befeuerung der mächtigen kaiserlichen Kriegsflotte benötigt. Die Königliche Hafen- und Bahngesellschaft gab im Bottroper Hafen anfangs den Ton an, später übernahm Rheinstahl einen Teil der Anlagen, gefolgt von einer RAG-Tochter. Heute ist auf dem Areal die Arbeitsgemeinschaft Arcelor-Mittal und Suden tätig.

„Johanna 2“ ging auf Grund

Jahrzehntelang wurde in den Bottroper Hafenbetrieb investiert. 1966 etwa erwarb Rheinstahl vier tonnenschwere Hentschel-Elektroloks, die auf dem 140 Kilometer langen Schienennetz im Hafen bis vor 20 Jahren unterwegs waren. Später stellte die RAG auf dieselangetriebene Lokomotiven um. Im Laufe der vergangenen Jahre wurde der Lok-, Schienen- und Waggonbestand stetig zurückgefahren.

1923 schrieb der Hafen Geschichte, als Prosper-Kumpels am 11. Februar den Kohlenfrachter „Johanna 2“ in der Hafenmitte versenkten und so das Fahrwasser versperrten. Sie wollten verhindern, dass die französischen Besatzer Bottroper Kohle nach Paris schickten. Im November 1923 zogen sich die Franzosen zurück, die „Johanna 2“ wurde geborgen, und am Kanal lief alles wieder wie gewohnt.

Neben Koks und Kohle werden Produkte wie Kerosin auf Schiffe verladen. Zum Beispiel auf das Tankmotorschiff „Adrian“. Es ist 110 Meter lang und lief vor vier Jahren vom Stapel. Seitdem pendelt die Adrian zwischen Kelsterbach am Main und Bottrop. Mit kurzen Liegezeiten. Kapitän Rainer Retka hat „von Bottrop bisher noch nicht viel gesehen“. Aber er weiß, dass es im Hafen auch einen Anleger der Marinekameradschaft gibt.

 
 

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