Den Karneval zu den Senioren gebracht

Rund 100 Besucher feierten, schunkelten und sangen im Pfarrsaal St. Joseph. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool
Rund 100 Besucher feierten, schunkelten und sangen im Pfarrsaal St. Joseph. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Die Batenbrocker sind mit ihrer Veranstaltung zu den Senioren gegangen. Die haben mit viel Freude mitgefeiert. Das Ziel der Batenbrocker: Generationenübergreifend feiern. Deshalb findet demnächst auch ein Kinderkarneval statt.

„Ich freue mich, mal für zwei Stunden den Alltag vergessen zu können.“ Und mit Irmgard Fechtker freuten sich noch rund 100 weitere Senioren. Sie alle waren eingeladen zum Seniorenkarneval im Pfarrsaal von St. Joseph. Das Besondere: Organisiert wurde die Veranstaltung von der Karnevalsgesellschaft Batenbrock 2000.

Eine echte Premiere und wohl einzigartig in Bottrop. Eine Karnevalsgesellschaft, die rausgeht, die zu den Menschen geht und nicht darauf wartet, dass das Publikum die Prunksitzungen besucht. Denn die Batenbrocker haben ihren Karneval auf den Mittwoch gelegt, der Tag, der in Str. Joseph sowieso den Senioren vorbehalten ist. Außerdem haben sie gezielt Seniorenheime angesprochen und die Bewohner eingeladen. Von dem Erfolg sind die Karnevalisten selbst überrascht. „Mit soviel Besuchern hätten wir gar nicht gerechnet.“

Für die Vorsitzende, Martina Lange, ist das ein Zeichen dafür, wie lebendig die Gesellschaft ist. Denn vorbereitet wurde der ganze Nachmittag in ehrenamtlicher Arbeit. Rund drei Wochen wurde geplant und für die eigentlich Veranstaltung haben sich viele Mitglieder frei genommen.

Aber nicht nur bei den Senioren wollen die Batenbrocker Narren mit ihrem Konzept punkten, auch bei ihrem Kinderkarneval haben sie ganz gezielt Kindertagesstätten angesprochen und zum mitfeiern animiert. So kommen die fleißigen Jecken auf insgesamt fünf große Veranstaltungen, die sie in dieser Session stemmen wollen.

Warum andere Gesellschaften nicht auf solche Ideen kommen? Martina Lange kann sich eine kleine Spitze nicht verkneifen: „Vielleicht sind sie ein wenig betriebsblind oder eingefahren in ihren Strukturen.“

Im Saal startet derweil die nächste Schunkelrunde – mit prominenter Verstärkung. Auf der Bühne haben inzwischen Monika III. und Walter I. den Senioren ihre Aufwartung gemacht und als der Prinz zum Mikro greift und ein Ständchen bringt, fliegen ihm die Herzen der – überwiegend weiblichen – Besucher zu.

Nicht ganz so gut, hat es da Hein Blöd, der nach ihm in die Bütt steigt. Die Frauenherzen fliegen der armen Wurst wirklich nicht zu. Im Gegenteil, eine wahrsagende Freundin habe ihn gar verlassen, „bevor wir uns kennengelernt haben“. Immerhin erntet er reichlich Gelächter – und was will ein Büttenredner mehr.