Dealer kam vor Gericht mit Bewährungsstrafe davon

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Essen. Innerhalb des großen Dealerrings, der Rauschgifte aller Art von Spanien nach Dorsten schmuggelte, war der Bottroper Angeklagte ein eher kleines Licht. Das war sein Glück, denn so kam der 34-Jährige mit zwei Jahren Haft mit Bewährung davon.

Richter Lukas Hempel würdigte im Urteil der VI. Essener Strafkammer vor allem das Geständnis des Angeklagten und die Tatsache, dass er bislang nicht vorbestraft war. Beides führte dazu, dass das Gericht unter dem Strafantrag von Staatsanwalt Marc Blomenkämper lag, der drei Jahre Haft gefordert hatte.

Gefängnis erspart

Es folgte dem Antrag von Verteidiger Wolfgang Zeitler und ersparte dem Angeklagten mit der Bewährung das Gefängnis. Alle Juristen waren sich aber einig, den 34-Jährigen als eher kleines Licht in der Organisation einzustufen.

2012 hatte der Angeklagte Kontakt zu einem Mann bekommen, der fest in den Drogenhandel eines in Dorsten lebenden Spaniers eingebunden war. Dieser konnte das Marihuana liefern, das der Angeklagte einem Konsumenten übergab. Sechsmal vermittelte er die Verkäufe, gab die Bestellungen an seinen Kontaktmann weiter. Dieser besorgte den Stoff und überreichte ihn gegen Bargeld an den Angeklagten, der schließlich den Käufer bediente. Rund viereinhalb Kilogramm Marihuana wechselten so durch die Vermittlung des Angeklagten den Besitzer. 50 Euro Provision kassierte er jeweils. Richter Hempel sah das als schlechtes Geschäft für den 34-Jährigen an: „Die Lieferanten stehen sicher im Hintergrund, und Sie tragen das Risiko.“

Verdeckte Ermittler

Als der Drogenring in einer spektakulären Aktion mit verdeckten Ermittlern der Polizei aufflog, durchsuchten die Strafverfolger am 3. Juli 2013 auch die Wohnung des Bottropers. Vier Ecstasytabletten fanden sie, dazu 15 Gramm Marihuana, eine Feinwaage und rund 4000 Euro in kleinen Scheinen. Der Verdacht, dass gerade diese Stücklung an eigene Geschäftsaktivitäten denken ließen, wies der Angeklagte zurück. Das Marihuana habe ein Freund zur Aufbewahrung dagelassen, das Geld sei von einer Nachbarin deponiert worden. Er selbst sei dafür nicht verantwortlich. Im letzten Wort zeigte er sich reumütig: „Es war dumm von mir.“