Christian Rudolph verpasst die Titelverteidigung

Christian Rudolph kehrte mit dem zweiten Platz von den Deutschen Meisterschaften aus Marburg zurück.
Christian Rudolph kehrte mit dem zweiten Platz von den Deutschen Meisterschaften aus Marburg zurück.
Foto: Winfried Labus
  • Zwei Medaillen für Spieler der Bottroper BG bei den Deutschen Meisterschaften
  • Dustin Jäschke bestätigt sein Ausnahmetalent mit dem dritten Platz
  • Christian Rudolph wird erst im Finale durch Ronny Lindemann gebremst

Nach dem Gewinn des Deutschen Mannschafts-Pokals blieb für die Bottroper Billard-Akademie der zweite ganz große Wurf aus. Bei den Deutschen Einzel-Meisterschaften in Magdeburg sah zunächst alles danach aus, als könnte Christian Rudolph seinen Titel verteidigen. Im Finale gegen Ronny Lindemann hatte der Bottroper aber ein Blackout und wurde Zweiter. Dafür dokumentierte der junge Dustin Jäschke seine anhaltend positive Entwicklung mit dem dritten Platz. Die beiden Bottroper hatten sich im Halbfinale gegenüber gestanden.

Sportler aus Nordrhein-Westfalen dominierten die Dreiband-Titelkämpfe am großen Billard. Alle drei Medaillen gingen an Sportler aus der Region, zwei an Leistungsträger der Bottroper Billard-Union. Christian Rudolph verpasste das anvisierte Titel-Hattrick nur knapp. Der Deutsche Meister von 2014 und 2015 unterlag im Finale Ronny Lindemann vom BCC Witten in 33 Aufnahmen mit 13:40 deutlicher als erwartet. „Ich war körperlich einfach nicht fit. Mir sind Fehler unterlaufen, die mir sonst eigentlich nie passieren“, kommentierte Rudolph. Dennoch konnte Rudolph mit seiner Leistung zufrieden sein. Die Deutschen Titelkämpfe waren für ihn eine gute Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft, die seit Dienstag in Bordeaux ausgetragen werden.

In der Vorrunde zeigte Rudolph durchweg gute Leistungen. Die erste Partie gewann er gegen Thomas Kerl (Kasseler CV) mit 30:17 und einem Punkteschnitt von 1,666. Auch Orhan Erogul (BC Frankfurt) konnte den Bottroper nicht bremsen. Rudolph setzte sich souverän mit 30:22 durch und hatte damit bereits das Ticket für das Viertelfinale gezogen. Im letzten Gruppenspiel gewann er gegen Cengiz Kara vom Erstliga-Konkurrenten BC International Berlin mit 30:20 und einem Punkteschnitt von 1,304.

Weniger erfolgversprechend verlief die Gruppenphase für Dustin Jäschke. Der Youngster der Bottroper Billard-Akademie verlor sein erstes Spiel gegen Klaus Keßler (Mannheimer BF) knapp mit 27:30. Auch gegen den späteren Deutschen Meister Ronny Lindemann blieb eine starke Leistung ohne Lohn. Jäschke unterlag trotz eines überzeugenden Punkteschnitts von 1,300 mit 26:30. Dass es am Ende dennoch zum Weiterkommen reichte, lag am souveränen Sieg gegen Jens Probhardt vom Bergisch-Gladbacher BC (30:23). Jäschke hatte in der Endabrechnung zwar nur einen Sieg auf dem Konto, dafür aber im Vergleich zu seinen punktgleichen Konkurrenten den besseren Gesamtdurchschnitt. „Dustins Leistungen unterliegen immer noch einigen Schwankungen. Das ist völlig normal für einen jungen Spieler“, kommentierte Heinz Janzen die Gruppenphase des Bottropers. Der Vorsitzende der Billard-Akademie schickte aber auch große Anerkennung hinterher: „Für ihn zahlt es sich nun immer häufiger aus, dass er an so vielen internationalen Weltcup-Turnieren teilnimmt. Dustin verlässt sich nicht nur auf sein Talent und ist bereit, viel Fleiß zu investieren, um noch besser zu werden.“

Jäschkes Ehrgeiz wurde dann auch im Viertelfinale belohnt. Die Partie gegen Andreas Nienhaus (BG Coesfeld) endete 40:40, der Bottroper gewann die Verlängerung mit 4:1 und stand damit im Halbfinale. Dort wartete auf ihn Christian Rudolph, der im Viertelfinale gegen Hakan Celik (BA Berlin) eine überragende Leistung abgeliefert hatte. Rudolph hatte sich mit 40:8 und einem Punkteschnitt von 2,222 durchgesetzt. Einmal in Fahrt war Rudolph dann auch von seinem jungen Mannschaftskollegen nicht zu bremsen. Rudolph besiegte Jäschke mit 40:29 (1,428). Für Rudolph bedeutete das die Finalteilnahme, für Jäschke den geteilten dritten Platz. „Gegen Christian war es enorm schwer. Er hatte die Partie von Beginn an in der Hand. Ich habe versucht, offensiv zu spielen, es war aber nichts zu machen“, kommentierte Jäschke seine Halbfinal-Niederlage.

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