CDU will Straßenbahn nach Essen prüfen lassen

Das Essener Vorbild: Beim Neubau des Berthold-Beitz-Boulevards wurde eine Mitteltrasse geplant, über die jetzt die Linie 109 Richtung Innenstadt rollt. Foto:Britta Prasse
Das Essener Vorbild: Beim Neubau des Berthold-Beitz-Boulevards wurde eine Mitteltrasse geplant, über die jetzt die Linie 109 Richtung Innenstadt rollt. Foto:Britta Prasse
Foto: WAZ FotoPool
Beim Nachdenken über neue Verbindungen zwischen den Städten sollte auch eine Tram-Trasse bedacht werden. Landesförderung wäre dafür zu haben. Vestische zeigt sich skeptisch

Bottrop.. Beim Nachdenken über neuen Straßenverbindungen zwischen Bottrop und Essen soll nach dem Willen der CDU auch die Möglichkeit untersucht werden, eine Straßenbahntrasse in die Mitte zu legen. Dieser Vorschlag, den die Partei aus dr Klausurtagung zum Haushalt mitbrachte, stößt bei Verkehrsunternehmen auf unterschiedliche Resonanz. Eine solche Maßnahme könnte grundsätzlich zu 85 Prozent mit Landesmitteln gefördert werdem, sagt der Verkehrsverbund RheinRuhr. Aber der Bus- und Bahnverkehr nach Essen könne billiger und kurzfristiger beschleunigt werden, sagt die Vestische.

Vorbild Beitz-Boulevard

Ausgangspunkt des Nachdenkens über die Straßenbahn sind die gemeinsamern Anstrengungen der Städte Bottrop und Essen sowie der RAG und des Landes, die „Hinterhöfe“ im Bottroper Süden und im Essener Norden zu erschließen. Eine Machbarkeitsstudie soll prüfen, ob sich die Knappenstraße nach Süden und/oder die Hafenstraße nach Norden weiter führen lässt (die WAZ berichtete). „Ähnlich dem Berthold-Beitz-Boulevard in Essen könnte in der Mitte ein Bereich für eine Straßenbahntrasse frei gehalten werden“, sagte Fraktionschef Hermann Hirschfelder. Anknüpfungspunkt in Essen könnte der Bahnhof Bergeborbeck in Verlängerung der Hafenstraße sein, in Bottrop könnte eine Trasse über die Knappenstraße, die alte Zechenbahn-Trasse und über die Horster Straße bis zum Busbahnhof ZOB führen.

„Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten so viele Chancen bei der Verkehrsinfrastruktur vergeben, dass wir bei den Neubauplänen sehr gut prüfen sollten, ob darin nicht eine Chance für eine Straßenbahn steckt“, sagt CDU-Parteichef Bernd Hohaus mit Blick auf die Diskussionen um die A 52 oder eine S-Bahn-Verbindung von der Boy in die Innenstadt.

Für eine solche neue Trasse wäre eine Landesförderung in Höhe von 85 Prozent der Betriebskosten möglich, sagt Sabine Tkatzik, Sprecherin des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr. Beide Städte sowie der mögliche Betreiber können dafür Zuschüsse beantragen. Entscheiden würde darüber der Verwaltungsrat des Verbundes.

Das Verkehrsunternehmen Vestische steht den Trassen-Neubauplänen skeptisch gegenüber. „Wenn wir bessere Nahverkehrsverbindungen zwischen Bottrop und Essen haben wollen, können wir das billiger und schneller haben“, sagt ihr Sprecher Norbert Konegen. Schon jetzt transportiert die Schnellbuslinie 16 täglich rund 8000 Menschen zwischen Busbahnhof, Hauptbahnhof und Essener Innenstadt, steht allerdings in den Hauptverkehrszeiten ständig im Stau. Würde man den Bussen mit Vorrangschaltungen, Busspuren und -schleusen die Bahn frei machen, könnten sie ein Tempo vorlegen, das sogar Autos nicht mithalten könnten.

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