Bürger können bei Bottrop-Monopoly über Spielfeld abstimmen

Dirk Aschendorf
Wo sonst, wenn nicht vor dem Rathaus? Anne van Straelen (r.) stellt das neue Bottrop-Monopoly vor.
Wo sonst, wenn nicht vor dem Rathaus? Anne van Straelen (r.) stellt das neue Bottrop-Monopoly vor.
Foto: Winfried Labus
Eine Düsseldorfer Firma will jetzt eine Bottrop-Version als Städte-Monopoly herausbringen. Der Clou: Die Einwohner können im Internet Vorschläge zur Gestaltung des neuen Spielbretts abgeben. Ein paar Dinge bleiben aber wie bei der traditionellen Ausgabe des Gesellschaftsspiels.

Bottrop. Die Monopoly-Versionen von Essen und Dortmund wurden vor einiger Zeit eingestellt. „Macht nichts“, sagt Anne van Straelen. „Wir haben jetzt von der Firma „Winning Moves“ ein völlig neues Konzept für unser Städte-Monopoly entwickelt und finden, Bottrop muss einfach dabei sein.“ Dass Geschäftsführer Matthias Mierau ein gebürtiger Bottroper ist, dessen Herz auch von Düsseldorf aus immer noch für seine Heimatstadt schlägt, mag die Entscheidung durchaus positiv beeinflusst haben.

Ein neues Konzept? Was will man an dem Spiel, dass ausgerechnet ein arbeitsloser Amerikaner mitten in der großen Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre entwickelte noch erneuern? Einige Grundregeln des Kapitalismus, wie kaufen, verkaufen, bauen oder vermieten haben mit einem gewissen Zufalls- oder Überraschungsprinzip (man erinnere sich an die Ereignis- oder Gemeinschaftskarten) ausgereicht, um stundenlang vor dem großen Brett zu hocken. Jeder wollte natürlich die Schlossallee oder am besten alle vier Bahnhöfe auf einmal haben.

Was ist das Bottroper Gegenstück zum Elektrizitätswerk?

„Daran ändert sich auch gar nichts“, sagt Anne van Straelen. Aber was künftig auf dem Brett zu sehen sein wird, also welche Villenstraße zu Bottrops „Schlossallee“ wird, ob die vier Bahnhöfe auch „Hauptbahnhof“, „Boy“, „Feldhausen“ und „Vonderort“ heißen oder das schmucke Rathaus das Spielfeld ziert, das alles können die Bottroper jetzt mit auswählen.

„Lediglich die Gesamtaufmachung von Monopoly muss bleiben“, so van Straelen. Dazu gehören die vier Eckfelder, darunter „Los“, „Frei Parken“ (beide sehr beliebt) oder „Gefängnis“ (eher nicht) aber auch die Ereignis- und Gemeinschaftskarten werden nicht verändert, höchstens mit Bottroper Regionalien versehen.

Vorschläge im Internet formulieren

Ihre Vorschläge für die zu gestaltenden Spielflächen können die Bottroper ab sofort im Internet formulieren (siehe Info-Box). Die „Winning Moves“-Menschen aus Düsseldorf gehen von einer guten Beteiligung aus. Am Rhein setzt man auf die Bottroper Anregungen.

Aber auch für den Fall, dass niemand aus der Stadt seine persönliche „Schlossallee“ nennt oder kein lokales Gegenstück zum Elektrizitätswerk der Originalversion vorschlägt, haben die Macher vorgesorgt. „Wir erkunden die Stadt ohnehin auch auf eigene Faust und haben auch zur Öffentlichkeitsabteilung im Rathaus gute Kontakte“, so Anne van Straelen.Kommen wird das Bottrop-Monopoly also auf jeden Fall. Jetzt heißt es aber erst einmal: Mit abstimmen. Bis zum Sommer ist noch alles möglich.