Bottroper Studienstiftung lässt Grundschüler forschen

Maurits (9) ist einer der „Kleinen Forscher“ an der Ludgerusschule. Hier erklärt er ein Experiment zum Themen „Schwimmen oder Sinken“.
Maurits (9) ist einer der „Kleinen Forscher“ an der Ludgerusschule. Hier erklärt er ein Experiment zum Themen „Schwimmen oder Sinken“.
Foto: Michael Korte
Die noch junge Bottroper „Studienstiftung Grasedieck“ stieß ein Projekt an der Ludgerusschule und der Grundschule Grafenwald an: Viertklässler untersuchten in Experimenten naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten und Phänomene . Auch, wie man eine Rakete baut.

Bottrop..  Wer eine Rakete bauen will, natürlich nur so für den Hausgebrauch, der benötigt: einen länglichen Luftballon, eine Klammer, einen Strohhalm, Klebestreifen, eine Angelschnur. Das reicht, werden Sie jetzt fragen? Das reicht, wie die Viertklässler der Ludgerusschule nun souverän unter Beweis stellten.

Längs an den mit Luft gefüllten, mittels Klammer dicht gehaltenen Ballon klebten sie den Strohhalm. Durch den hatten die Schüler ein langes Stück Angelschnur gezogen, das sie nun recht straff zogen. „Wir brauchen sehr viel Platz“, verkündete Viertklässlerin Heidi noch. Dann lösten die Schüler die Klammer vom Luftballon – und der sauste, von der entweichenden Luft getrieben, an der Schnur entlang quer durch den Raum. Raketenschnell!

Kennengelernt hatten die Jungen und Mädchen das Experiment im Rahmen eines Projekts, das die noch junge „Studienstiftung Grasedieck“ in den vergangenen drei Monaten in der Klasse durchgeführt hatte. Stifter Dieter Grasedieck selbst, Studentin Dijana Bektesi von der Hochschule Ruhr West und Klassenlehrerin Christina Renner führten im Rahmen des Sachkundeunterrichts einmal in der Woche naturwissenschaftliche Versuche mit den „kleinen Forschern“ durch. Orientiert einerseits am Lehrplan – und andererseits an der Lebenspraxis der Grundschüler, an ihren alltäglichen Beobachtungen. Dabei spielte das selbst organisierte Lernen eine wichtige Rolle.

Bei der Abschlusspräsentation vor Eltern und Vertretern des Stiftungskuratoriums zeigten die Jungen und Mädchen einen Teil der insgesamt 13 Versuche, die sich z.B. um die Auswirkung von Wärme und Kälte auf Stoffe, um die Reinigung von Schmutzwasser oder um Elektrizität drehten.

Und um den Themenbereich „Schwimmen oder sinken“. Hier hatten die Kinder u.a. aus Knete ein Boot geformt und in ein Gefäß mit Wasser gelegt. „Der Wasserstand ist gestiegen“, erklärte der „kleine Forscher“ Maurits. Dann wurde eine auf den ersten Blick kleinere Kugel geformt und ebenfalls ins Wasser gegeben. Ergebnis: Der Wasserstand veränderte sich im selben Maße wie beim Boot. Maurits und Co. wissen natürlich, warum: „Weil das Boot und die Kugel das gleiche Gewicht haben, steigt das Wasser um die gleiche Höhe.“

Bei den Grundschülern dürfte ein zentrales Ziel der „Studienstiftung Grasedieck“ durch dieses Projekt erreicht worden sein: junge Menschen aus Bottrop für die MINT-Fächer (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu begeistern. Hat’s Spaß gemacht, fragte ein Erwachsener im Anschluss an die Präsentation in die Runde. „Ja!“, kam es einhellig zurück. „Dann könnt ihr alle ja mal Studenten an der Hochschule Ruhr West werden“, lud HRW-Professor Gerd Bittner ein.

Grafenwälder Schüler auch beteiligt

Die „Studienstiftung Grasedieck“ haben Christa und Professor h.c. Dr. Dieter Grasedieck Anfang 2013 gegründet. Zum Kuratorium gehören Vertreter von Stadt, Rat und Hochschule Ruhr West.

Neben dem Projekt an der Ludgerusschule wurden in diesem Schuljahr auch naturwissenschaftliche Versuche in zwei Klassen der Grundschule Grafenwald durchgeführt. Dort begleiteten die Studierenden Dijana Bektesi und Chris Müller von der Hochschule Ruhr West die „Kleinen Forscher“. „Die Studenten werden von der Studienstiftung bezahlt“, erläutert Grasedieck. „Voraussetzung ist, dass sie Bottroper sind.“ Die Kooperation mit der Hochschule Ruhr West sei gut – „die Hochschule macht solche Projekte für die Sekundarstufe eins, ich schon im Grundschulbereich, das passt ideal“, findet der Stifter.

Dieter Grasedieck, vielen auch als Politiker bekannt, und seine Frau Christa arbeiteten in ihrem Berufsleben mit Auszubildenden und Studierenden an Berufskollegs und Unis in der Berufsbildung und in der Pädagogik. Sie gehen davon aus, dass Kinder ein großes Interesse daran haben, ihre Umwelt zu begreifen. Wichtig sei, dass sie durch Experimente ausprobieren, Fragen stellen und selbst nach Antworten suchen können. Diese Gelegenheit werden nach den Sommerferien drei neue Klassen haben.

 
 

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