Bottroper setzen im Alltag auf ihr Auto

Verstopfte Hauptstraßen - hier die Essener Straße – kennen viele Bottroper aus leidvoller Erfahrung.
Verstopfte Hauptstraßen - hier die Essener Straße – kennen viele Bottroper aus leidvoller Erfahrung.
Foto: WAZ FotoPool
Im Verkehrsausschuss wird heute das Ergebnis einer Befragung zur Mobilität vorgestellt. Der Großteil der Strecken wird mit dem Wagen zurück gelegt. Noch immer gilt der eigene Pkw als erstrebenswert.

Das Auto ist in Bottrop nach wie vor das Verkehrsmittel Nummer eins. In 61 Prozent der Fälle entscheiden sich die Bottroper für das Auto, um von A nach B zu gelangen. Das ist ein Ergebnis der Haushaltsbefragung zur Mobilität, die am Dienstag im Bau- und Verkehrsausschuss vorgestellt wird. In 18 Prozent der Fälle legen die Bottroper den Weg zu Fuß zurück. Es folgen das Rad (13 Prozent) und dann schließlich Bus und Bahn (8 Prozent).

Diese Ergebnis hat das mit der Befragung beauftragte Institut dann noch nach Stadtteilen aufgesplittet. Demzufolge werden die meisten Wege zu Fuß in der Innenstadt zurückgelegt, nämlich 32 Prozent. Auch in Kirchhellen Mitte ist der Anteil der Strecken, die zu Fuß zurückgelegt werden, relativ hoch. Das dürfte auf die verhältnismäßig kurzen Weg in diesen Bereichen zurückzuführen sein. In den Kirchhellener Außenbezirken Ekel, Hardinghausen und Holthausen greifen die Bürger am häufigsten zum Autoschlüssel. Anders sehen sie wohl nur wenige Möglichkeiten, ihre täglichen Wege zurückzulegen.

Nichts ist so flexibel wie das Auto

Dazu passen auch die Antworten auf die Zusatzfragen, die die Stadt stellte und auf Wunsch beantwortet werden konnten. So ist es für die meisten Befragten weiterhin sehr wichtig, ein eigenes Auto zu besitzen. Das gaben 66 Prozent der Befragten an. 22 Prozent halten den eigenen Wagen zumindest noch für „wichtig“. Auch wenn Statistiker regelmäßig verkünden, dass vor allem junge Leute auf das eigene Auto verzichten, so scheint das auf Bottrop in dem Umfang nicht zuzutreffen.

Die Mehrheit der Befragten wählt das Auto vor allem aus Gründen der Flexibilität. Die sehen die meisten Bürger bei Wind, Wetter und zu jeder Tageszeit offenbar nur mit dem Auto gewährleistet. Eine Fahrkarte des öffentlichen Nahverkehrs ist denn auch mehr als zwei Dritteln aller Befragten „weniger wichtig“ oder gar „unwichtig“.

In einem anderen Punkt bemängeln die Fußgänger die Qualität der Querungshilfen und die Ampelschaltungen. Radfahrer sind mit der Güte der Radwege nicht einverstanden.

Die Befragung gehört zu dem Projektbereich Mobilität der Innovation City. In einem Ausblick urteilen die Macher der Befragung deshalb auch: „Handlungsbedarf besteht vor allem bei der Verkehrsvermeidung und bei der Verlagerung von Fahrten auf umweltfreundliche Verkehrsmittel.“ Der verbleibende Verkehr sollte dann so ressourcensparend wie möglich abgewickelt werden. Dafür seien eben auch Veränderungen an der Infrastruktur nötig, so das Urteil. Gleichzeitig sollten die Bürger über Alternativen beraten und aufgeklärt werden.

 
 

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