Bottroper Parteien fordern mehr Fahrradstraßen

Norbert Jänecke
Mehr Fahrradstraßen - wie hier in Unna - wollen die Ratsparteien auch in Bottrop ausweisen.
Mehr Fahrradstraßen - wie hier in Unna - wollen die Ratsparteien auch in Bottrop ausweisen.
Foto: WR
Radler sollen auf drei Straßen Vorrang vor Autofahrern bekommen. Das reicht einer Reihe von Parteivertretern bei weitem nicht aus.

Bottrop. Die Ausweisung von Fahrradstraßen stößt bei den Parteien im Rat auf Zustimmung. Dennoch gab es jetzt im Verkehrsausschuss des Rates kritische Stimmen vor allem bei CDU und Grünen: „Es sind bei weitem zu wenig“, bemängelt etwa Roger Köllner von den Grünen. Er verwies darauf, dass es in Essen mittlerweile 60 Fahrradstraßen gebe. Mehr als doppelt so viele Straßen wolle die Nachbarstadt noch dazu machen.

Es gilt Tempo 30

„Das ist ein guter Einstieg“, bewertet zwar der Vonderorter CDU-Ratsherr Hans-Christian Geise den Plan der Stadt positiv, nun die ersten drei Bottroper Fahrradstraßen einzurichten. Auch die CDU wünscht sich aber mehr Straßen, auf denen die Radfahrer Vorrang haben. Seit 1997 gebe es die Möglichkeit, den Radverkehr auf diese Weise zu fördern. „Andere Städte, die nicht Innovation City sind, haben diese Möglichkeit früher wahrgenommen“, stellt Geise fest.

Wie berichtet, will die Gustav-Ohm-Straße in der Stadtmitte, die Beckstraße in Batenbrock und die Gregorstraße in Kirchhellen als Fahrradstraßen ausweisen. In Kirchhellen haben die Bezirksvertreter dieses Vorhaben schon abgesegnet. Der Kirchhellener SPD reicht diese eine Fahrradstraße jedoch nicht aus, wie Bezirksvertreter Willi Stratmann bekräftigt. In Stadtmitte treffen die Bezirksvertreter heute ihre Entscheidung. Auch Bezirksbürgermeister Klaus Kalthoff (SPD) sieht Chancen für weitere Fahrradstraßen in der Stadtmitte.

Zwar liegen die ersten drei Fahrradstraßen allesamt vor Schulen, doch CDU-Ratsherr Geise betont: „Es geht uns ja nicht nur darum, den Schulverkehr sicherer zu gestalten, sondern wir wollen ja auch erreichen, dass die Stadt insgesamt viel fahrradfreundlicher wird“.

Info-Aktionen in Schulen

Doch SPD-Verkehrssprecher Franz Ochmann behält dabei auch die Kraftfahrer im Blick. „Wir müssen in den Fahrradstraßen eine Geschwindigkeitsbegrenzung erst gar nicht ausschildern, weil darin ja generell Tempo 30 gilt“, sagt er. Allerdings fordert der Ratsherr, die Anwohner und auch die Schüler gut über die neuen Regeln zu informieren. Dazu gibt das Straßenverkehrsamt zwar ohnehin einen Flyer heraus, doch die wünscht sich dabei auch Info-Aktionen in den Schulen.