Bottroper Kokerei Prosper vor dem Verkauf

Der Stahlkonzern Arcelor-Mittal will seine Hochöfen mit eigenem Koks versorgen und daher die Kokerei Prosper in Bottrop übernehmen.     Foto: ddp
Der Stahlkonzern Arcelor-Mittal will seine Hochöfen mit eigenem Koks versorgen und daher die Kokerei Prosper in Bottrop übernehmen. Foto: ddp
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Bottrop. Der Verkauf der Bottroper Kokerei Prosper an den weltgrößten Stahlkonzern Arcelor-Mittal steht offenbar kurz bevor. Mit rund 500 Mitarbeitern und etwa 450 Millionen Euro Umsatz ist Prosper die zweitgrößte Kokerei in Deutschland.

Die rund 500 Beschäftigten der Bottroper Kokerei Prosper bekommen vermutlich schon bald einen neuen Arbeitgeber. Der Verkauf der traditionsreichen Kokerei an den Luxemburger Stahlriesen Arcelor-Mittal rückt näher.

Schon seit geraumer Zeit verhandelt der weltgrößte Stahlkonzern mit dem deutschen Zechenbetreiber RAG. Mittlerweile steht der Eigentümerwechsel offenbar kurz bevor. RAG-Vorstandschef Bernd Tönjes geht davon aus, dass die Verträge Anfang kommenden Jahres („im ersten Quartal 2011“) in trockenen Tüchern sein werden. Damit würde Arcelor-Mittal erstmals eine eigene Kokerei in Deutschland betreiben.

Auch Politik muss Pläne absegnen

„Wir sind auf gutem Wege“, sagte RAG-Chef Tönjes der WAZ-Mediengruppe. Ziel sei es, dauerhaft Arbeitsplätze am Standort zu sichern. „Deshalb verhandeln wir mit einem starken industriellen Partner.“ Auch das Bundeswirtschaftsministerium muss die Pläne für das Bottroper Werk noch absegnen. Die Abstimmung mit der Politik stehe nun bevor, erklärte Tönjes.

Mit rund 500 Mitarbeitern und etwa 450 Millionen Euro Umsatz ist Prosper die zweitgrößte Kokerei in Deutschland. Ihren Namen verdankt sie dem damaligen Landesherren der Veste Recklinghausen: Prosper Ludwig von Arenberg. Koks wird in der Stahlproduktion benötigt. Das Bottroper Werk produziert aus dem Rohstoff Kohle jährlich rund zwei Millionen Tonnen Koks, der an Hochöfen geliefert wird.

„Gespräche gut fortgeschritten“

Auch Arcelor-Mittal bekräftigte am Mittwoch den Willen, die Kokerei zu übernehmen. „Wir sind nach wie vor interessiert“, erklärte ein Konzernsprecher. Arcelor-Mittal verfolgt das Ziel, die deutschen Stahlwerke mit eigenem Koks zu versorgen, um das unternehmerische Risiko angesichts stark schwankender Rohstoffpreise zu begrenzen.

Schon im September hatte das Management von Arcelor-Mittal durchblicken lassen, dass die Verhandlungen mit der RAG auf gutem Weg sind. „Die Gespräche sind gut fortgeschritten“, hatte Frank Schulz, der Deutschland-Geschäftsführer von Arcelor-Mittal, gesagt. Auch Robrecht Himpe, ein hochrangiger Europa-Manager von Arcelor-Mittal, ließ viel Sympathie für das Geschäft mit der RAG erkennen. „Wir sehen positive Interessen von beiden Seiten“, erklärte er.

 
 

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