Bottroper Klaus Piontzik: „Die Galaxie wimmelt von Leben“

Klaus Piontzik, Autor des Buches die „Alien-Hypothese“.: Wenn der Ingenieur und Rentner aus Bottrop nicht gerade elektrotechnisch tüftelt oder außerirdisches Leben berechnet, widmet er sich der Malerei.
Klaus Piontzik, Autor des Buches die „Alien-Hypothese“.: Wenn der Ingenieur und Rentner aus Bottrop nicht gerade elektrotechnisch tüftelt oder außerirdisches Leben berechnet, widmet er sich der Malerei.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Klaus Piontziks Berechnungen basieren auf Daten des Kepler-Teleskops
  • Fünf Prozent aller UFO-Sichtungen seien nicht konventionell erklärbar
  • Piontzik nimmt an, dass bestimmtes pysikalisches Wissen unter Verschluss gehalten wird

Bottrop.. Klaus Piontzik hat sein mittlerweile fünftes Buch herausgegeben, einmal mehr im Selbstverlag: „Die Alien-Hypothese“ heißt das neueste Werk des 62-jährigen Ingenieurs und seines Co-Autors Claude Bärtels. Belegexemplare gingen sogar an den Bestseller-Autor und UFO-Experten Erich von Däniken und Rockröhre Nina Hagen – die ja bekanntlich auch nicht ganz von dieser Welt ist. Mit WAZ-Volontär Marcel Krischik sprach der in Bottrop geborene und lebende Piontzik über Science-Fiction, Verschwörungen und Zahlen, die nicht lügen.

Woher stammt Ihre Faszination für Außerirdische?
Klaus Piontzik: Seit meiner Jugend bin ich Science-Fiction-Fan. Perry-Rhodan-Romane, aber Ren Dhark fand ich eigentlich besser. Den haben sie nach 100 Heften eingestellt. Als Zehnjähriger wollte ich ein Raumschiff bauen (lacht).

Warum sticht die „Alien-Hypothese“ aus anderer Literatur zum Thema hervor?
Wir gehen aus von Daten, die das Kepler-Teleskop der NASA ermittelt hat, und diese Daten kann man herunterbrechen. Ein Beispiel: Von 150 000 Sonnen, die das Teleskop erfasst hat, sind 42 000 unserem Sonnensystem ähnlich. Davon haben 601 Planeten, davon sind wiederum zehn in der bewohnbaren Zone. Dann gucken wir, welche davon erdähnlich sind. Und das sind Zahlen, mit denen man rechnen kann.


Ihr Antrieb ist also, die Wahrscheinlichkeit von außerirdischem Leben fassbarer zu machen.
Ja. Mit anderen Gleichungen können Sie herumspielen, bis Sie eine weitere Zivilisation errechnen oder eine Million. Bis zur Erdähnlichkeit von Planeten gibt es belastbare Daten. Ab da muss man über intelligente Spezies spekulieren. Aber der Gesamtschluss des Buches ist: Unsere Galaxie wimmelt von Leben.


An wen richtet sich das Buch?
An alle, die sich seriös mit außerirdischem Leben beschäftigen. Die Mathematik ist eigentlich der Kern des Buchs. Nur Mathe allein lässt sich schlecht verkaufen. Deswegen habe ich mich noch einmal mit den beweiskräftigsten Fällen von UFO-Sichtungen beschäftigt und alles, was mathematisch nicht notwendig ist, in den Anhang verfrachtet.
Aber ist nicht jede UFO-Sichtung rational erklärbar?
Es gibt ja Leute, die erklären alles mit Weltraumschrott, Wolken, Insekten, Flugzeugen, Wetterballons und was weiß ich noch. Jetzt gibt es aber Fälle wie die belgische UFO-Welle (zwischen 1989 und 1992, d. Red.), wo das Militär sogar Jets hochschickte. Da kann man nicht sagen, ok, das war jetzt die Spiegelung vom Sumpfgas der Venus oder so (lacht wieder).


Aber wie wollen Außerirdische die unfassbaren Distanzen im All überwinden? Und erst recht wir?
Die uns bekannte Physik reicht dafür nicht aus. Wir wissen viel zu wenig vom Kosmos, fangen ja gerade mal an, unser Sonnensystem zu ,besiedeln’. Es hat einen Physiker gegeben, der hat den Warp-Antrieb aus Star Trek entworfen. Theoretisch. Aber über Theorie kommen wir nicht hinaus.


Wissen wir denn zumindest alles über unser Sonnensystem?
Da bin ich voll verschwörungstheoretisch. Das Wissen existiert, wird aber geheim gehalten. Warum?
Nehmen wir die Antigravitations-Theorie. Schweben würde unser gesamtes Verkehrssystem mit einem Schlag verändern. Und dann könnte man Gravitationsbomben bauen. Werfen Sie das Ding auf ‘ne Stadt, wirken da 100 G und dann ist da alles platt wie ‘ne Briefmarke. Ich gehe davon aus, dass die ganze Physik, die dahinter steckt, gar nicht so kompliziert ist. Weil jemand mit viel Ahnung dann bestimmte Dinge nachbauen könnte, wird das geheim gehalten.

Gab es UFO-Sichtungen über dem Ruhrgebiet?
Kann ich Ihnen gar nicht sagen, wenden Sie sich an die Gesellschaft für extraterrestrische Phänomene oder ähnliche Einrichtungen. Die sammeln alle Sichtungen. 95 Prozent davon lassen sich konventionell erklären.

Und die restlichen fünf Prozent sind die, die Sie reizen.
Ja. Konventionelle Erklärungen sind ja uninteressant.

Gibt es Verschwörungstheorien, die Sie für Quatsch halten?
Suchen Sie mal im Internet nach dem ,Russian Alien Handbook’, dem russischen Handbuch. Da sind 50 Alien-Rassen drin. Diese Informationen sollen vom russischen Geheimdienst kommen. Irgendein Oberboss soll das ‘was in seinem Hinterzimmer gebunkert haben, und der Enkel hat es jetzt ausgegraben. Bei solchem Material weiß ich nicht, ob das nicht einfach Verarschung ist.

Wird die Menschheit denn je fremdes Leben finden?
Ja. Ja, da bin ich mir ganz sicher.

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