Bottroper Kinder tragen zu bundesweiter Umweltstudie bei

Interviews mit Kind und Eltern gehören zu der Untersuchung, wie sie hier von Rüdiger Bornhöft bei einer Duisburger Familie durchgeführt wurde.
Interviews mit Kind und Eltern gehören zu der Untersuchung, wie sie hier von Rüdiger Bornhöft bei einer Duisburger Familie durchgeführt wurde.
Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services
Mit Blick auf mögliche Schadstoffbelastungen erhebt das Umweltbundesamt im September Daten direktin den Haushalten.

Bottrop..  Wie gesund sind Kinder und Jugendliche in Deutschland? Welchen – möglicherweise schädlichen – Chemikalien und Umwelteinflüssen sind sie ausgesetzt? Bottroper Familien helfen, Antworten auf diese wichtigen Fragen zu finden. Im Juni hatten sich bereits rund 140 Kinder und Jugendliche aus der Stadt an der bundesweiten Langzeit-Gesundheitsstudie namens „KiGGS“ des Robert-Koch-Instituts beteiligt, 70 von ihnen ließen sich dafür von Kopf bis Fuß durchchecken. Rund 15 von ihnen sind nun eingeladen, Daten für die Deutsche Umweltstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen „GerES“ zu liefern. Dazu werden sie und ihre Familien im September von einem Untersuchungsteam des Umweltbundesamtes zu Hause besucht.

Schwermetalle und Weichmacher

Für die „KiGGS“-Untersuchung des Robert-Koch-Instituts, mit dem das Umweltbundesamt kooperiert, wurden die jungen Bottroper zum Beispiel gewogen und gemessen, ihr Blutdruck wurde geprüft, ihr Körperfett analysiert, ihre Ausdauer getestet. Sie beantworteten Fragen zu Gesundheit und Ernährung. Einige der erhobenen Daten können auch bei der nun anstehenden Umweltstudie nützlich sein.

Hier wird nicht nur eine Urinprobe des jeweiligen Teilnehmers genommen, um diese auf mögliche Schadstoffe zu untersuchen. Das könnten etwa Schwermetalle wie Blei und Quecksilber sein, Insektizide, Pestizide, Weichmacher aus Kunststoffen, erläutert Gerda Schwedler vom Projektteam des Umweltbundesamtes. Es wird darüber hinaus auch die Schadstoffbelastung im jeweiligen Haushalt gemessen. Dazu nehmen die Untersuchungsteams vor Ort Trinkwasser-, Staub- und Luftproben. Zudem werden die jungen Teilnehmer sowie ihre Eltern beim Hausbesuch gründlich befragt. „Wir fragen zum Beispiel danach, welche Art von Reinigungsmitteln im Haushalt eingesetzt werden oder ob Insektizide verwendet werden“, erläutert Gerda Schwedler. Ein wichtiger Punkt sind etwa auch die Materialien, aus denen die Innenausstattung der Wohnung besteht. Enthält sie zum Beispiel viel PVC? Auch die Lärmbelastung spielt eine Rolle.

Die Studie soll dazu beitragen, „gesundheitsgefährdende Schadstoffbelastungen zu identifizieren und frühzeitige Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der nachwachsenden Generation zu ergreifen“, betonen die Macher. Die Teilnehmer profitieren ganz direkt: Sie erhalten auf Wunsch eine umweltmedizinische Bewertung der gefundenen Schadstoffmesswerte.

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