Bottrop will A 52-Ausbau vorantreiben

Matthias Düngelhoff und Maria Lüning
Eine Computersimulation des neuen Autobahnkreuzes aus Gladbecker Sicht.
Eine Computersimulation des neuen Autobahnkreuzes aus Gladbecker Sicht.
Foto: Stadt Gladbeck
In Gladbeck will der Rat das Planfeststellungsverfahren für das Autobahnkreuz stoppen. Stattdessen soll der Gesamtausbau von Essen bis Buer betrachtet werden. Bottrops OB Bernd Tischler begrüßt zwar, das „Bewegungs ins Thema kommt“, lehnt weitere Verzögerungen jedoch ab.

Bottrop / Gladbeck.  Im Oktober soll das Planfeststellungsverfahren für das Autobahndreieck der zukünftigen A 52 mit der A 2 beginnen. Der Autobahnanschluss auf Gladbecker Stadtgebiet ist von Bedeutung für das Bottroper Teilstück der Autobahn. Das wäre nämlich ohne den Anschluss an die A 2 quasi nutzlos. Aktuell läuft bereits das Planfeststellungsverfahren für das Teilstück zwischen A 42 und der Stadtgrenze Bottrop.

Geht es nach der Nachbarstadt Gladbeck, verschiebt sich die Eröffnung des Verfahrens für das Autobahndreieck. Denn in ihrer Ratssitzung haben die Gladbecker einen Beschluss gefasst und fordern die Bezirksregierung Münster auf, „das angestrebte Planfeststellungsverfahren auszusetzen.“ Stattdessen, so die Forderung der Nachbarstadt, müsse man weg von der Salamitaktik und hin zu einer Gesamtbetrachtung des Ausbaus – von Buer bis Essen. Die Gladbecker fürchten, dass das geplante Kreuz wesentliche Konsequenzen für Bürger nördlich der A 2 und für den Erholungswert der Freizeitstätte Wittringen hätten. Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland hält die aktuellen Pläne für „das Schlimmste, was uns passieren kann“. Damit kippe das Land der Nachbarstadt den Verkehr vor die Tür. In dem Zusammenhang scheint Gladbeck gar einen Autobahnausbau in Betracht zu ziehen – unter Bedingungen. So müsse der Schutz der Bürger oberste Priorität haben und es brauche Verkehrsverbindungen für Fußgänger und Radfahrer.

Die Bottroper Verantwortlichen sehen die Entwicklung in Gladbeck mit gemischten Gefühlen. Einen Stopp des Planfeststellungsverfahrens lehnt Oberbürgermeister Bernd Tischler ab. „Ich freue mich, dass in Gladbeck jetzt wieder Bewegung ins Thema kommt, aber das darf nicht auf Kosten Bottrops geschehen“, pocht der OB auf die Fortführung des Verfahrens. Zumal der Gladbecker Vorstoß nicht dem mit Verkehrsminister Groschek erzielten Kompromiss entspreche. Gerne, so Tischler, können man den Gesamtausbau betrachten, jedoch allenfalls parallel zum Verfahren.

Auch Klaus Strehl, Vorsitzender des Planungsausschusses, lehnt ein Verfahrens-Stopp ab. „Es darf nicht weiter zu Verzögerungen kommen. Insofern glaube ich, dass es sinnvoll ist, das Planfeststellungsverfahren jetzt voran zu treiben.“ Beide, OB und Strehl verweisen zudem auf den Mehrheitsbeschluss des Bottroper Rates für den Ausbau der B 224 zur Autobahn.

Liest man zwischen den Zeilen, klingt bei den Aussagen durch, dass man in Bottrop befürchtet, dass Gladbeck neu taktiert, um den Ausbau weiter hinaus zu zögern und das Bottrop nicht bereit ist, sich auf solche Spielchen einzulassen.