Bottrop-Tasse geht in Serie - mit einer falschen Prinzessin

Das Bild auf der zweiten Wundertassen-Ausgabe:Bottrop(mit Rathaus und Kokerei) - Anne (alias Dorothea von Dänemark) - Emscher.
Das Bild auf der zweiten Wundertassen-Ausgabe:Bottrop(mit Rathaus und Kokerei) - Anne (alias Dorothea von Dänemark) - Emscher.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Das Bild der Magic Cups zeigt zwischen Rathaus und Flussbett nämlich eine Prinzessin zur falschen Zeit am falschen Ort. Grund ist eine kleine Mogelei.

Bottrop.. Die Bottroper Wundertasse geht in Serie. Nach der Erstausgabe mit Mammut-Motiv ist soeben die zweite Auflage der Magic Cups erschienen. „Bottroper besitzen einen wunderschönen Humor und sind wie sonst kaum jemand bereit, über sich selbst zu lächeln.

Die ,Den-Mammut’-Tasse war also ruck, zuck weg“, sagt Verleger Werner Boschmann. Die Bottrop-Tasse Volume 2 erinnert nun mit ihrem Motiv an die amüsante Kampagne des eingestellten Online-Tagebuchs „Bottblog“ zum neuen Bottroper Städtenamen. Nach Mülheim an der Ruhr oder Haltern am See soll sich bald also auch Bottrop dazu bekennen, dass es ziemlich nahe am Wasser gebaut ist?

Lokalpatriotische Alberei

Die einstigen Initiatoren meinen das nicht sonderlich ernst: Dazu einige Auszüge aus ihrem alten Manifest: Keine Landmarke - nicht einmal der förmlich am Himmel über Bottrop zu schweben scheinende Tetraeder - habe die Stadt so geprägt „wie jener manchmal zum Himmel stinkende Fluss namens Emscher“. Dieser Verbundenheit müsse man durch die Emscher im Stadtnamen doch Ausdruck verleihen, und nicht allein dadurch: Die Emscher soll sich außerdem im Bottroper Stadtwappen wiederfinden: als „ein braunen Bach auf schwattem Grund“ - und dies, obwohl der Fluss in nicht allzu ferner Zeit ja wieder blau wird.

Auch das aus der Kampagne übernommene Fotomotiv auf der zweiten Bottrop-Tasse ist nicht so ganz authentisch. Die Frauenfigur heißt in Wahrheit ja gar nicht Anne. Das ist vielmehr eine junge Prinzessin. Es handelt sich wohl um Dorothea von Dänemark, wie sie der holländische Maler Jan Gossaert um 1530 in Öl gemalt hatte - eine Art Annechronismus (!), offenbar. Diese kleine Mogelei jedenfalls ist offensichtlich dem fotogenen Schriftzug auf der Tasse geschuldet: Bottrop, Anne, Emscher.

Aus dem Verlagshause „vonne Ruhr“

Sonst aber gilt für die zweite Ausgabe der Bottrop-Tassen selbstredend dasselbe, was Herausgeber Boschmann schon zur ersten sagte: Wenn jemand ein heißes Getränk hinein gießt, wird der schwarze Kaffee-Pott weiß, und es erscheint ein Bild. Zu sehen ist darauf diesmal von links nach rechts Bottrop mit dem historischen Rathaus und der Kokerei Prosper, die anachronistische Prinzessin - und eben die Emscher.

Auch die neue Sammeltasse aus dem Verlagshause „vonne Ruhr“ kommt mit einer limitierten Auflage von 100 Exemplaren in den Buchhandel, und die Tasse ist wiederum zum Preis von 14,90 Euro bei Erlenkämper oder in den Humboldt-Läden erhältlich.

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