Blick in Bottrops tiefste Baustelle

Der Bau des Abwasser-Pumpwerks der Emschergenossenschaft macht bedeutende Fortschritte – davon konnte sich am Dienstag eine WAZ-Lesergruppe auf der größten und tiefsten Baustelle Bottrops überzeugen. Der Projektleiter Jörg Haberhausen führte die interessierten Besucher an drei Stationen des großen Baugebietes vorbei, das im Dreieck von B224, der Bottroper Kläranlage und der Emscher liegt. Die Gäste begutachteten das alte Pumpwerk von oben, sie blickten in die 40 Meter tiefe Grube des neuen Pumpwerkes hinab, bevor sie die 180 Stufen zu dem Fundament hinabstiegen.

„Wir befinden uns auf einer der größten Baustellen im Rahmen des Emscherumbaus“, erläuterte Unternehmenssprecher Ilias Abawi im Voraus. „Der Bereich des neuen Pumpwerks hat an der Oberfläche einen Durchmesser vom 48 Metern, an der tiefsten Stelle sind es 42 Meter“, ergänzte ihn der Projektleiter Haberhausen. 60 000 Kubikmeter Erde seien für die Konstruktion ausgehoben worden – „eine beträchtliche Menge“. Das Pumpwerk werde in Zukunft hauptsächlich dazu genutzt, um das Schmutzwasser in das anliegende Klärwerk zu befördern, so der Gruppenleiter.

Die Besucher hörten gespannt zu, während sie über Schutt und Kies zu der oberen Absperrung des alten Baus liefen und vom Rand in die tiefe schauten. Sie ließen riesige Rohre und Betonsteine hinter sich. „Der Vortrieb verbindet beide Bereiche“, erklärte Haberhausen, bevor es zur nächsten Station ging – der „neuen“ Baustelle.

Dort angekommen inspizierten die neugierigen Gäste einen Tunnelbohrer, der aus drei Segmenten bestand und vor Ort gewartet wurde. Die Einzelteile der Maschine hatten eine Länge von vier Metern und einen Durchmesser von zweieinhalb Metern. Kabel und Rohre waren im Inneren verbaut. Haberhausen: „Was vorne an Erde hineingezogen wird und durch die Rohre läuft, wird hinten zur Oberfläche befördert.“ Das vordere Bohrrad drehe sich während des Betriebes ohne Unterbrechung, nur bei der Wartung stehe es still.

Zehn leistungsstarke Pumpen

Der Höhepunkt der Führung war für die Besuchergruppe der Abstieg zu dem Pumpsystem, das sich 35 Meter unter der Erde befand. Beim Abstieg erhielten die Gäste ein Gefühl dafür, welche Ausmaße das Riesenprojekt hat. Sie blickten auf halber Strecke auf die Kranwagen und Leitungen, unten schauten sie sich die Pumpen und das Entlüftungssystem an. „Auf jeder Seite der Anlage sind fünf Stück verbaut, die eine Förderleistung 8500 Liter Wasser pro Sekunde besitzen. Insgesamt zehn Pumpen haben wir vor Ort“, erklärte der Projektleiter. Es gebe noch Ersatzpumpen, die aber nur in bestimmten Situationen zum Einsatz kämen. Die Antriebssysteme konnten die Besucher noch nicht sehen, eine besondere Ebene für die starken Motoren werde noch eingerichtet.

 
 

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