Bischof und Gläubige beten Halden-Kreuzweg in Bottrop

Matthias Düngelhoff
Foto: Winfried Labus/WAZ-FotoPool
Karfreitag wird die Halde Haniel wieder zur Pilgerstätte für Christen aus dem ganzen Ruhrgebiet. Zum 20. Mal findet die Kreuzweg-Prozession statt. Von der Kollekte profitiert in diesem Jahr der BDKJ-Abenteuerspielplatz in Bottrop.

Bottrop. Randalierer hatten auf dem Haldenkreuzweg gewütet und zahlreiche Stationen zerstört und mit Graffiti verschmiert. Das war im Frühling des vergangenen Jahres. Seither hat sich einiges getan und solche Dinge haben sich bisher – zum Glück – nicht wiederholt. Das liegt auch daran, dass sich inzwischen eine Gruppe Ehrenamtlicher gefunden hat, die als „Kreuzweg-Ehrengarde“ regelmäßig auf der Halde unterwegs ist.

Der gelbe Schal als Zeichen

Erkennbar an ihren gelben Schals sind die Helfer mindestens einmal in der Woche auf der Halde, haben ein Auge auf den Kreuzweg. „Die Stationen sind Kulturgut für das Ruhrgebiet. Es gilt, sie vor Zerstörungen zu schützen“, sagt Hermann-Josef Schepers. Der Vorsitzende des KAB Stadtverbands Oberhausen ist Initiator der Ehrengarde.

Eine Idee, die zu funktionieren scheint. Bisher, so Schepers, seien keine weiteren Vandalismusschäden aufgetreten. Gut, denn in der nächsten Woche ist der Kreuzweg wieder Treffpunkt für Christen aus dem gesamten Ruhrgebiet. Bereits zum 20. Mal beten sie an Karfreitag gemeinsam den Kreuzweg und zeichnen das Leiden und Sterben Jesu nach. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck begleitet die Gläubigen und hält am Gipfelkreuz die Predigt.

In diesem Jahr profitiert eine Bottroper Einrichtung von dem Kreuzweg. Der Erlös der Kollekte geht an den BDKJ-Abenteuerspielplatz. Die Katholische Jugend ist Träger der Offenen Tür an der Devensstraße. „Der Leiter der Einrichtung wohnt in Königshardt und ist beim Kreuzweg immer dabei, so kam der Kontakt zustande“, sagt Schepers, der schon seit 20 Jahren zum Organisationskomitee des Kreuzwegs gehört. „Wir unterstützen jedes Jahr ein Sozialprojekt, diesmal sollte es etwas Handfestes sein“, begründet Schepers die Entscheidung für den Spielplatz. Allein von Zuschüssen könne die Einrichtung nicht existieren, hinzu kämen auch immer mal wieder ungeplante Ausgaben – etwa für Tierarztrechnungen – daher seien die Organisatoren überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben. Karfreitag werden deshalb auch Ehrenamtliche des Bottroper BDKJ vor Ort sein und die Einrichtung vorstellen. Schließlich, so Schepers, solle jeder wissen, wofür an der 12. Station gesammelt wird.

Doch Schepers denkt schon über Karfreitag hinaus. Was wird aus dem Kreuzweg, wenn das Bergwerk keine Auszubildenden mehr hat? Wer hält den dann in Schuss? Dafür sucht die Ehrengarde jetzt schon Unterstützer. „Es gibt bereits Unternehmen, die sich da einbringen wollen.“ Außerdem müsse überlegt werden, ob nach Ende des Bergbaus der Regionalverband Ruhr Kreuzweg und Halde übernehme.