Bio rückt in Bottrop ins Zentrum

Barbara und Karin Bukes im neuen Bio-Supermarkt in der früheren Markthalle in der City.
Barbara und Karin Bukes im neuen Bio-Supermarkt in der früheren Markthalle in der City.
Foto: WAZ FotoPool

Bottrop..  In Bottrop rückte jetzt Bio im wahren Sinne des Wortes mitten ins Zentrum. Vor zwei Wochen eröffneten Barbara und Karin Bukes in der ehemaligen Markthalle parallel zur Osterfelder Straße, grob gesagt zwischen Martinskirche und Kirchhellener Straße, ihren Bio-Supermarkt neu. Dabei präsentiert sich das Warensortiment im Vergleich zum früheren Standort an der Prosperstraße fast unverändert - und mit etwa 550 Quadratmetern auf nahezu gleich großer Fläche.

Ein hochwertiges Angebot, helles und freundliches Ambiente: Der grüne Bodenbelag glänzt ebenso frisch wie die Äpfel und Pflaumen oder das Gemüse, dass die Inhaberinnen vom biologisch arbeitenden Rotthoffs Hof in Kirchhellen beziehen. Regional ist Trumpf. Das gilt für Gemüse und Obst (zwei Drittel etwa komme aus der Region) aber auch für die Eier. die kommen vom Raesfelder Hof Möllenhoff.

Brot und Kuchen stammt vom Biobäcker Troll aus Essen. Frischen Fisch oder Fleisch sucht man (noch) vergebens. Aber es gibt Demeter-TK-Ware und einen täglichen Bestellservice. Das frühere Shop-in-Shop-Konstrukt mit Bottrops Biometzger Scharun wurde noch am alten Standort aufgelöst. „Wir sehen, ob wir da eine andere Idee haben“, sagt Karin Bukes, als studierte Landschaftsarchitektin eine Quereinsteigerin im Einzelhandel.

Für eine Resümee sei es nach zwei Wochen zu früh, sagt Barbara Bukes. Aber man spüre die verstärkte Nachfrage beim Mittagstisch im vergrößerten Bistro oder nach Getränken „to go“, so die gelernte Erzieherin, die ebenfalls vor vielen Jahren umsattelte. Vielleicht auch aus Liebe zu gesundem Essen. Vielleicht muss bald das achtköpfige Team erweitert werden.

Tipp: Ab 15 Euro Einkaufswert spart man die Parkhausgebühren. Noch besser: Autofrei shoppen.

Der zweite im Bio-Bund

Der Zweite im Bottroper Bio-Bund ist Spickermann, gegenüber des Fuhlenbrocker Marktplatzes. Vor sechs Jahren erfüllten sich Bernadette und Christoph Spickermann - sie studierte Maschinenbau, er arbeitete als Steiger u.a. auf Essens Kokerei Zollverein - nach sorgfältiger Planung ihren Traum vom Bio-Supermarkt. „Wir wollten das anbieten, wonach wir selbst hier suchten“, so die Inhaberin. Auch sie kennen größtenteils die Erzeuger ihres Angebots. Regional, wenn es geht. Aber Spickermanns waren kürzlich auch in Spanien, wo es neben den unendlichen „Plastikkilometern“ industrieller Erzeuger auch kleine Kooperativen gibt, denen am sauberen Produkt und an nachhaltiger Bewirtschaftung gelegen ist.

Die Weinabteilung kann sich sehen lassen. Am 25. Oktober gibt es wieder einen Wein-Genießerabend. Aber auch richtige Freilandhühner sind zu haben die viereinhalb Monate auf einer Velener Wiese lebten - statt chemiegesättigt nur sechs Wochen im Turbo-Zuchtstall. Schwein, Rind und Büffel kommen aus dem Paderborner Land, die frischen Forellen aus der Senne. Dazu eine lokale Wurstauswahl von Bio-Scharun. Das Beste: Wie bei Bukes wird der Kunde betreut und beraten.

Tendenz: Vegane Ernährung nimmt zu

Dass Bio-Läden nur etwas für ideologisch Kaufende sind oder sich in schicken Vororten großer Metropolen halten, kann als überholt gelten. „Bio ist glaube ich in der Mitte der Gesellschaft angekommen und auch nicht unbedingt immer viel teurer“, sagt Barbara Bukes, Inhaberin der gleichnamigen Biomarktes in der City.

Natürlich verzeichneten alle Bio-Anbieter nach jedem Lebensmittelskandal einen stärkeren Zulauf, der aber nach zwei, drei Wochen wieder nachlässt. Das kann auch Kollegin Bernadette Spickermann bestätigen, die seit sechs Jahren mit ihrem Mann einen Bio-Supermarkt im Fuhlenbrock betreibt.

Eine verstärkte Tendenz zu rein veganer Ernährungsweise (bei der auf jegliches tierisches Produkt verzichtet wird) können beide Bottroper Anbieter derzeit feststellen. Spickermanns erweitern zurzeit sogar dieses Angebot, das vor einiger Zeit als verschrobene Nische vielfach belächelt wurde.Besonders bei jüngeren Leuten stellen Bukes wie Spickermanns eine steigende Nachfrage nach veganen Produkten fest. Bukes bietet sogar Veganes im Bistro an.

 

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