Bewegung beugt Verkalkung vor

Das Interesse am ersten Bottroper WAZ-Medizinforum des Jahres, das in der Cafeteria des Marienhospitals stattfand, war wieder groß.
Das Interesse am ersten Bottroper WAZ-Medizinforum des Jahres, das in der Cafeteria des Marienhospitals stattfand, war wieder groß.
Foto: FUNKE FotoServices
Durchblutungsstörungen waren ein Thema beim WAZ-Medizinforum im Marienhospital. Neben der Gefäß- stellte Dr. Andres Gonzalez-Abel die Leberchirurgie vor.

Bottrop..  Welche Möglichkeiten gibt es, um Durchblutungsstörungen der Beine vorzubeugen? Auf was muss ein Arzt bei einer Leber-Operation achten? Die Besucher des WAZ-Medizinforums lauschten aufmerksam, als der neue Chefarzt der Chirurgie I im Marienhospital über sein Fachgebiet referierte und unter anderem auf diese Fragen einging. Dr. Andres Gonzalez-Abel, der erst zu Monatsbeginn die Leitung der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie samt Koloproktologie übernommen hat, stellte sich den rund hundert Gästen vor und berichtete über zwei Bereiche, die er fest in dem Krankenhaus etablieren möchte: die Gefäß- und die Leberchirurgie.

„Ich werde versuchen, den Vortrag relativ einfach zu gestalten, obwohl es sehr komplexe Themen sind“, sagte der Fachmann zu Beginn der Veranstaltung. Das gelang. Er veranschaulichte im ersten Teil seiner Präsentation, was Durchblutungsstörungen der Beine hervorruft, was Risikofaktoren sind und welche Krankheitserscheinungen auftreten können. „Rückenschmerzen und Erektionsstörungen sind zum Beispiel zwei der Beschwerden“, so Dr. Gonzalez-Abel.

Bei der meist durch Gefäßverkalkung hervorgerufenen Schaufensterkrankheit haben Betroffene Schmerzen beim Gehen, müssen nach einer bestimmten Strecke stehenbleiben. Dr. Gonzalez-Abel gab Tipps zur Prävention von Durchblutungsstörungen und legte Therapiemöglichkeiten dar. „Ich empfehle meinen Patienten, dass sie drei Mal pro Woche dreißig Minuten stramm gehen. Außerdem müssen die Blutfette kontrolliert und der Blutzucker eingestellt werden.“ Mit dem Rauchen aufzuhören sei zudem wichtig. Das Ziel, dass jeder Zuhörer verstehen sollte, was eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose), ein Bypass (zur Umgehung einer Engstelle im Gefäß) und ein Stent (Implantat zur Weitung eines Gefäßes) ist, erreichte er mit bildhaften Erläuterungen.

Im zweiten Teil ging der 47-Jährige auf die Grundsätze der Leberchirurgie ein, er schilderte etwa die Planung eines Eingriffs. „Bei einer nicht beschädigten Leber können bis zu 70 Prozent entfernt werden. Dann kann der Patient normal weiterleben“, so Dr. Gonzalez-Abel. Und: Auch bei Lebermetastasen in Folge von Dickdarmkrebs bestehe die Chance auf Heilung.

Fragerunde am Ende

Nach den Vorträgen des Experten stellte das Publikum Fragen: „Ist die Leber bei entfernter Gallenblase anfälliger“, wollte ein interessierter Zuhörer wissen. „Nein, die Reservoirfunktion braucht man nicht. Es gibt keine funktionelle Beeinträchtigung“, lautete die Antwort.

Auch Winfried Lange (63) kam zum Forum, um den neuen Chefarzt kennen zu lernen. „Ich bin stellvertretend für meinen Schwiegervater hier. Wir werden mit ihm die Sprechstunde besuchen. Der Vortrag war sehr informativ“, resümierte er.

 
 

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