Beim Umzug kommt es auf gute Planung an

Diesen Lehrberuf gibt es erst seit wenigen Jahren. Christoph Petzelt nahm eine Ausbildungsstelle in dem Second-Hand-Laden von  Martina Peukert an.
Diesen Lehrberuf gibt es erst seit wenigen Jahren. Christoph Petzelt nahm eine Ausbildungsstelle in dem Second-Hand-Laden von Martina Peukert an.
Foto: WAZ Fotopool
Richtiges Zupacken will gelernt sein. In einer dreijährigen Ausbildung wird der Bottroper Christoph Petzeltgerade zur Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice. Dabei lernt der 25-Jährige alle Planungen und Handgriffe, mit denen ein Umzug reibungslos verläuft.

Bottrop..  Er fackelt nicht lange, sondern packt zu. Egal ob es darum geht, eine Küche ab- und wieder aufzubauen, Möbel im Wohnzimmer aufzustellen, komplette Umzüge oder Haushaltsauflösungen zu meistern, Christopher Petzelt ist als angehende Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice der richtige Mann. Im Second-Hand-Laden „Allerhand aus zweiter Hand“ macht der 25-Jährige seine Ausbildung.

Durch Zufall

Natürlich ist der Job anstrengend. „Aber ich arbeite gern körperlich, ein Bürojob wäre nichts für mich“, sagt Christopher Petzelt. Nach dem Hauptschulabschluss wusste der Bottroper zunächst nicht so recht, wohin der berufliche Weg führen sollte. Durch Zufall stieß er im Internet auf das Ausbildungsplatzangebot des Second-Hand-Ladens. „Nach einem Monat Praktikum war ich überzeugt.“

Bereut hat er seinen Entschluss bislang nicht. „Der Arbeitsalltag ist vielseitig und abwechslungsreich, und es macht Spaß, immer neue Leute kennenzulernen.“ Umzugsservice mit Küchen- und Möbelauf- und -abbau, der Anschluss von Elektrogeräten wie Dunstabzug, Spül- und Waschmaschine bis hin zu Haushaltsauflösungen weit über die Stadtgrenzen hinaus gehören zu seinen Aufgaben. „Für die Leute ist so ein Umzug natürlich eine aufregende Angelegenheit. Sie sind besorgt um ihre Sachen, haben mitunter viele Sonderwünsche“, berichtet der Auszubildende von seinen Erfahrungen. „Wir versuchen, auf all die Wünsche einzugehen. Aber wenn es darum geht, den Flur zu wischen, ist eine Grenze erreicht“, sagt Petzelt. Die Baustellen würden sauber verlassen, aber halt nur besenrein.

Haushaltsauflösungen seien oft belastend für die Betroffenen, meist stecke ein trauriger Anlass dahinter. „Die Erleichterung ist groß, wenn wir die Sache professionell und sachlich in die Hand nehmen.“

Natürlich sind Umzüge und Haushaltsauflösungen logistische Herausforderungen. Es gilt, alles richtig zu packen, in der logischen Reihenfolge ins Fahrzeug zu bringen - die schwersten Teile zuerst - entsprechende Befestigungstechniken zu wählen und das zulässige Gesamtgewicht des Transportfahrzeugs nicht zu überschreiten. „Aber mit guter Planung ist das in einem Tag erledigt“, so Petzelt und gibt einige Tipps: Geschirr in Zeitungspapier einwickeln und Teller hochkant stellen, das vermindert die Bruchgefahr. Kisten nicht zu schwer packen und Teile von Möbeln beschriften - das erleichtert den Zusammenbau.

Das wichtigste Gebot im Arbeitsalltag sei es, Ruhe zu bewahren. „Auch wenn man etwas Schweres in der Hand hat und der Besitzer immer wieder im Weg steht.“

Ausbildung

Die Ausbildung zur Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice gibt es erst seit wenigen Jahren. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Zuvor empfiehlt sich ein Praktikum. „Die Zukunftsaussichten in diesem Beruf sind ausgezeichnet“, sagt Martina Peukert, Inhaberin des Second-Hand-Ladens und Mitglied im IHK-Prüfungsausschuss. „Alle Auszubildenden werden übernommen.“

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