Auf vielen Schulhöfen herrscht Handy-Verbot

Das ist auf vielen Bottroper Schulhöfen nicht erlaubt, dort sollten Handys abgeschaltet bleiben.
Das ist auf vielen Bottroper Schulhöfen nicht erlaubt, dort sollten Handys abgeschaltet bleiben.
Foto: Hanna Voß
Eltern der Janusz-Korczak-Gesamtschule stellten dafür bereits 2006 einen Antrag. Er wurde auch angenommen. In der Willy-Brandt-Gesamtschule dürfen die Schüler auf dem Schulhof zwar twittern, aber Medien-Scouts beraten sie.

Bottrop.  Der starre Blick aufs leuchtende Handy-Display, der ununterbrochene Empfang von neuen SMS, Cyber Mobbing: Dies alles sind Gründe für viele Bottroper Schulen, den Handy-Konsum der Schüler einzuschränken. Eine der ersten Schulen, die den Klassenraum und den Pausenhof zur handyfreien Zone erklärten, ist die Janusz-Korczak-Gesamtschule.

Hier herrscht seit 2006 ein Mobiltelefon-Verbot in Klassenräumen und auf dem Schulhof während der Pause. Die Initiative dazu kam von Eltern. „Damals stellten Schulkinder die ersten Filme von Schlägereien auf Schulhöfen ins Internet“, erklärt Peter Reuland, Schulpflegschafts-Vorsitzender. In Elternpflegschaft und auf der Schulkonferenz hätten Eltern dann den Antrag gestellt, Handys zu verbieten. Der Antrag wurde angenommen. Detlef Grzebellus, Schulleiter, steht voll und ganz dahinter: „Das hilft unserer Schule.“ Schülern, die sich nicht an das Verbot hielten, werde das Handy abgenommen. „Vor der Rückgabe führen wir ein Gespräch mit dem Erziehungsberechtigten.“ Den Schülern werde der Sinn der Maßnahme erläutert. Information und Aufklärung im Umgang mit neuen Medien spielt aber auch an den anderen Schulen eine Rolle.

Ähnlich wie Janusz-Korczak regelt das auch das Heinrich-Heine-Gymnasium. „Es gilt ein generelles Handy-Verbot“, so Schulleiter Martin Welling. Schüler müssten das Smartphone während der Schulzeit und der Pausen ausgeschaltet lassen. In dringenden Fällen dürften sie im Sekretariat nach Hause telefonieren. Schulpflegschafts-Vorsitzende Waltraud Dahl unterstützt die Regelung zwar, hält aber ein generelles Verbot nicht für das alleinige Allheilmittel. Aufklärung von Eltern und Lehrern gehörten auch dazu. Insgesamt, sagt sie, funktioniere die Handhabung am HHG aber gut.

Auch die Schüler der August-Everding-Realschule dürfen weder während des Unterrichts noch auf dem Schulhof ihr Handy benutzen. Nachdem Schüler anfangs sehr häufig dagegen verstoßen hätten, gebe es inzwischen kaum Probleme.

Anders geht es an der Willy-Brandt-Gesamtschule zu. „Wir haben ein klares Verbot in Klassenräumen und auf den Gängen“, erläutert Schulleiter Jochem von Schwerdtner, „erlaubt sind Handys auf dem Schulhof.“ Es wäre unrealistisch, ein komplettes Verbot durchsetzen zu wollen, sagt er, der Schulhof sei dafür zu groß. Stattdessen setze die Schule auf Aufklärung über neue Medien. Zwei Lehrer sowie Schüler der 7. und 8. Jahrgänge seien von der Landesmedien-Anstalt fortgebildet worden. Sie berieten über Cyber-Mobbing und mögliche Gefahren der sozialen Netzwerke wie Facebook. Eltern würden regelmäßig auf einer Veranstaltung informiert.

 
 

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