Architekten überarbeiten Kulturzentrumspläne

Der Erweiterungsbau des Kulturzentrums entsteht ab 2018 hinter dem heutigen „jungen museum“ und entlang des Kulturhofes.
Der Erweiterungsbau des Kulturzentrums entsteht ab 2018 hinter dem heutigen „jungen museum“ und entlang des Kulturhofes.
Foto: Heinrich Jung
  • Eingansbereich muss unter Sicherheitsaspekten gestaltet werden
  • Neue Nutzerbedürfnisse der Bibliothek werden berücksichtigt
  • 2,58 Millionen Euro Gesamtkosten.

Bottrop..  Die Erweiterung des Kulturzentrums um einen neuen Eingangsbereich und angemessenere Ausstellungsmöglichkeiten können voraussichtlich 2018 beginnen. Derzeit arbeitet das mit der Planung beauftragte Essener Architekturbüro Heinrich Böll noch an einigen Änderungen des ursprünglichen Pläne für die Gestaltung des Entrees, das künftig die Theaterkasse, einen Infopunkt und auch das neue Tor zur Lebendigen Bibliothek bilden soll.

Am Freitag wird das Architektenbüro im Kulturausschuss die modifizierten Pläne auf Anfrage des Gremiums präsentieren. Denn vor allem mit Blick auf die künftig verstärkte Digitalisierung der Bibliothek, ein wichtiges Anliegen des Kulturausschusses, wie die Vorsitzende, Bürgermeisterin Monika Budke, hervorhob, soll der Erweiterungsbau auf dem Kulturhof diesem neuen Konzept Rechnung tragen.

Sicherheit gewährleisten

Aber das Entree solle nicht nur optisch ansprechend gestaltet werden, so Kulturamtsleiter Dieter Wollek. Im Vergleich zur ursprünglichen Planung musste auch bei den Sicherheitsbestimmungen und klimatischen Belangen modifiziert werden, so Wollek. An der Theaterkasse werde immer auch mit viel Bargeld gearbeitet, da sei eine geschlossene Bürosituation auf jeden Fall sicherer, als ein nach allen Seiten hin offener Bereich. Dazu komme, so Wollek weiter, dass auch ein Infopunkt nicht durchgehend zu den Öffnungszeiten es Kulturzentrums von acht bis 22 Uhr besetzt sein könnte. „Dazu fehlt einfach das Personal und es wäre nicht wirtschaftlich.“

Wichtig sei in jeden Fall, dass die Großzügigkeit des Entwurfs erhalten bleibe, so der Kulturamtsleiter. Er ist selbst gespannt auf die Änderungen des Architekten.

Förderantrag fristgerecht gestellt

Zum Sicherheitsaspekt gehöre aber auch der Schutz vor Vandalismus durch eine elektronische Überwachung und ein Leitsystem, dass alle Bereiche des vielgestaltigen Kulturzentrums sinnvoll erschließe. Zum Haus gehören nicht nur der neue Ausstellungsbereich, künftig „Kunsthalle“ genannt, sondern auch das Archiv, die Musikschule und die Kulturwerkstatt.

Laut Gesprächen zwischen Stadt und dem NRW-Bauministerium sind für die gesamte Baumaßnahme einschließlich Illumination des Kulturhofes und einer Aufwertung des Umfeldes zur innerstädtischen Kulturachse 2,58 Millionen Euro vorgesehen. „Alle Unterlagen liegen bereit, so dass der endgültige Förderantrag fristgerecht gestellt werden kann“, sagt Dieter Wollek. Die bisher als „Städtische Galerie“ für Ausstellungen genutzten Bereiche im Gebäudetrakt an der Blumenstraße sollen weiter für Ausstellungen des Stadtarchivs zur Verfügung stehen. Lediglich die engen Flure würden künftig nicht mehr durch Stelltafeln verengt.

Die Ausstellungen des bisherigen „jungen museums“ und andere Bottroper Ausstellungsformate haben künftig ihren Ort in der neuen lichten „Kunsthalle“ am Kulturhof.

Geänderts Nutzerverhalten der jährlich 130 000 Bibliotheksbesucher

Etwa 130 000 Besucher kommen pro Jahr in die „Lebendige Bibliothek“ im Kulturzentrum. „Allerdings sind nicht mehr alle Nutzer die klassischen Leser von einst“, sagt Kulturamtsleiter Dieter Wollek, zu dessen Bereich auch die Stadtbibliothek zählt. Die Bücherei werde immer stärker zum so genannten Kompetenzort, das heißt zur Anlaufstelle für Schüler und Studierende, die dort lernen wollen, aber auch für Nutzer neuer Medien.

Vor diesem Hintergrund müsse die Bibliothek sicher auch das Raumangebot ändern, mehr Internetplätze zur Verfügung stellen und das Online- und Neue-Medien-Angebot ausweiten. Bis Mitte 2017 wird ein Team um Wollek, Bibliotheksleiter Jörg Dieckmann und dessen Mitarbeiter im Auftrag des Kulturausschusses ein inhaltliches Konzept erstellen.

Diese Neuaufstellung der „Lebendigen Bibliothek“ werde sich, so Dieter Wollek, natürlich auch in der kommenden baulichen Erweiterung des Kulturzentrums hin zum Kulturhof widerspiegeln.

 
 

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