Arbeitslose spielen Theater

„Aschenputtel reloaded“ heißt das Stück
„Aschenputtel reloaded“ heißt das Stück
Foto: Thomas Gödde
Sie trainieren auf der Bühne Selbstbewusstsein und Persönlichkeit. Caritas-Zentrum macht sie fit für das Berufsleben.

Im Zentrum zur Arbeitsorientierung des Caritasverbandes stand ein Jahresrückblick der besonderen Art an. Acht Teilnehmer, die im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten (AGH) beschäftigt sind, präsentierten ihr Theaterstück „Aschenputtel reloaded“.

Nachdem die Gruppe verschiedene Stücke gelesen und unterschiedliche Ideen ausprobiert hatte, fiel die Wahl darauf, eine moderne und komödiantische Form von „Aschenputtel“ zu entwickeln, erklärt Theaterpädagoge Thorsten Simon. Da gibt es dann anstatt der zwei bösen Stiefschwestern zwei Stiefbrüder und Aschenputtel verliert nicht etwa wie im Original ihren Schuh, sondern den Code für ihr Handy. Den weiß am Ende natürlich nur der Prinz.

Konzeptioniert, entwickelt und geprobt wurde das etwa halbstündige Stück in 15 Arbeitseinheiten. Kulissen, Kostüme und Requisiten stammen aus dem Fundus der Spenden, die täglich in der Stöberstube eingehen. Um das leibliche Wohl der Gäste und Darsteller kümmerte sich eine Kochgruppe.

Was die Langzeitarbeitslosen erarbeitet haben, begeistert vor allem Fallmanager des Jobcenters, wie Frank Baldigowski. „Der Aufbau von Selbstbewusstsein und das Stärken der Persönlichkeit ist ein wesentlicher Grundstein für die Jobfindung. Was und wie sich die Darsteller heute präsentiert haben, ist super“, sagt er. Es mache deutlich, wie viel Kreativität, Fantasie, Teamgeist, Engagement und verborgenes Potenzial in den Teilnehmern stecke. Das haben sie auch schon früher bei verschiedenen Aktionen gezeigt.

Für 2017 gibt es große Pläne

Das waren eine Tanzshow, ein Kalender und eine Akrobatikshow. Als Artist hat Pascal Basener im letzten Jahr schon mitgemacht, jetzt schlüpfte er in die Rolle des bösen Stiefbruders. „Das war eine ganz neue Herausforderung für mich und ich war schon ziemlich aufgeregt“, sagt der 23-jährige. Als er dann aber gemerkt habe, dass es dem Publikum gefällt und die Gruppe mit ihrem Witz viele zum Lachen bringen konnte, war das Eis gebrochen. „Ich fand es super und würde es wieder machen“, sagt er und spricht damit auch für die Anderen. Auch Angelika Schwarzer, pädagogische Leiterin des Zentrums zur Arbeitsorientierung, ist sehr zufrieden. Sie freut sich über den musikalischen Abschluss mit der Flüchtlingstrommelgruppe „Rhymotion“.

2017 feiert das Zentrum sein zehnjähriges Bestehen, für das eine große Aktion zusammen mit den Teilnehmern geplant werden soll. Zurzeit werden dort 34 Bezieher von Arbeitslosengeld II gefördert, die langzeitarbeitslos sind und Schwierigkeiten haben, auf dem Ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Sie sortieren und reparieren die Gebrauchtmöbel und Haushaltsgegenstände und verkaufen diese in der „Stöberstube“ an Menschen mit geringem Einkommen.

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