Appetithappen vom Orgelfestival

Interessierte für das Festival gewinnen sollte das Schnupperkonzert am Samstagmittag in der St. Johanneskirche in Kirchhellen. Offenbar mit Erfolg, denn recht viele Zuhörer lauschten den Klängen zum Vorabstart des 27. Festivals Orgel Plus.

Gerd-Heinz Stevens, künstlerischer Leiter des Festivals, dankte vorab der Gemeinde und den jungen Interpreten der Musikschule, die auch beim Seniorenkonzert am kommenden Mittwoch in der Martinskirche mitwirken werden. Gemäß den Gepflogenheiten bat er das Publikum, erst am Ende des Konzerts zu klatschen. „Musik aus verschiedenen Epochen“ und auf unterschiedlichen Instrumenten sollten die Zuhörer erleben.

Anspruchsvolle Werke hatten sich die Musiker vorgenommen: Miriam Baumeister, Johanna Apke, Pauline Jansen, Anna Brockmann (alle Querflöte), Justus Luerweg (Oboe und Blockflöte) sowie Rebekka Lammerding (Blockflöte) widmeten sich unter anderem Kompositionen von Jacques Hotteterre, Georg Philipp Telemann und Johann Sebastian Bach. Telemann erwies sich mit seiner Trisonate als prägnanter musikalischer Repräsentant seiner Zeit.

Das Schnupperkonzert begann aber mit kurzen Orgelvariationen von Marcel Dupré, die Detlef Steinbrenner vortrug. Er ist seit 1999 Kirchenmusiker an der katholischen Gemeinde und organisiert dort regelmäßig Konzerte. Die Musikschüler, einige von ihnen haben bereits erfolgreich am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teilgenommen, schlossen sich in wechselnder Besetzung und teils mit Orgelbegleitung an und bewältigten dabei musikgeschichtliche Sprünge teils über Jahrhunderte hinweg. Uwe Hegers „Tango melancolico“ für drei Querflöten aus dem Jahr 2002 war dagegen ein Sprung in die Moderne. Abweichend vom Programm kam ein Orgelwerk eines französischen Komponisten hinzu, der auf der Schwelle vom Barock zur Klassik eine Variationenfolge über die Winterwelt geschrieben hatte.

Auch das aufmerksam zuhörende Publikum war zum Schluss gefragt: Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „O du fröhliche“ endete das gelungene Schnupperkonzert in St. Johannes. Das dürfte die Zuhörer bewegt haben, der Bitte nach einer großzügigen Kollekte zu folgen. Denn für die jungen Interpreten sollte es bei freiem Eintritt doch ein kleines Honorar geben.

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