Bottrop

Apotheker aus Bottrop streckte offenbar jahrelang Krebsmedikamente - und gefährdete damit Tausende Krebspatienten

Möglicherweise starben wegen der gestreckten Medikamente zahlreiche Krebspatienten.
Möglicherweise starben wegen der gestreckten Medikamente zahlreiche Krebspatienten.
Foto: dpa/Archivbild
  • Bottroper Apotheker soll jahrelang Krebs-Medikamente gestreckt haben
  • Bei den Krankenkassen rechnete er aber die volle Dosis ab - um abzukassieren
  • Tausende Patienten bekamen eine zu geringe Dosis

Bottrop. Ein Bottroper Apotheker hat offenbar aus dem Todeskampf kranker Menschen Kapital geschlagen.

Die Staatsanwaltschaft Essen wirft ihm vor, massenhaft Krebsmedikamente gestreckt zu haben. Er soll seit 2012 immer wieder Infusionen für Krebsimmuntherapien mit zu wenig Medikamenten zubereitet haben.

40.000 manipulierte Infusionen

Bei der Krankenkasse rechnete der Apotheker aber den vollen Satz für die Immuntherapien ab - um selbst abzukasssieren. Der finanzielle Schaden für die Krankenversicherungen liegt bei etwa 2,5 Millionen Euro. Möglicherweise starben wegen der gestreckten Medikamente zahlreiche Krebspatienten.

Der Bottroper soll mindestens 40.000 Infusionen manipuliert haben. Laut Staatsanwaltschaft hat er dabei außerdem Hygiene-Vorschriften missachtet.

Insider gab entscheidenden Hinweis

Ein Insider hat die Ermittler vor wenigen Wochen auf den 46-Jährigen aufmerksam gemacht, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Am Dienstag hat die Polizei den Betrieb des 46-Jährigen durchsucht und dabei Beweise sichergestellt. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Anklage wegen Körperverletzung schwierig

Gegen den Bottroper wird jetzt wegen gewerbsmäßigem Betrug ermittelt. Bisher schweigt er laut Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen.

Ob er wegen Körperverletzung angeklagt werden kann, ist laut Staatsanwaltschaft noch unklar. Es lässt sich bisher nicht klären, welche Patienten die richtige Dosis und welche nur eine gestreckte Infusion bekommen haben.

Das wäre aber nötig, um einen juristisch belegbaren Zusammenhang zwischen falscher Medikation und dem Tod eines Patienten festzustellen.

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