An Bottroper Straße in Kirchhellen fehlen Überwege

Norbert Jänecke
Wer den Fußweg nutzen möchte, muss die stark befahrene Bottroper Straße überqueren - bloß wie?
Wer den Fußweg nutzen möchte, muss die stark befahrene Bottroper Straße überqueren - bloß wie?
Foto: FUNKE Foto Services
An der stark befahrenen Landstraße kommen Anwohner nur schwer von einer Seite auf die andere. Die Kirchhellener CDU nimmt sich des Problems an.

Bottrop.  Sein kleiner Sohn besucht bald die zweite Klasse der Grundschule. Eigentlich sollte der Siebenjährige daher künftig gemeinsam mit Schulfreunden ohne Begleitung seiner Eltern zur Gregorschule gehen. „Er soll ja ruhig etwas selbstständiger werden“, sagt Christian Bicker. Nachdem er sich jedoch den Schulweg seines Kindes entlang der Bottroper Straße genauer angesehen hat, schreckt der Vater vor seinem Vorhaben zurück: zu gefährlich.

Denn Auto an Auto rollt jetzt auch schon an den Vormittagen über die viel befahrene Landstraße zwischen Kirchhellen und Bottrop. Wie soll sein Sohn da nur diese Straße überqueren?, fragt sich der Vater, dessen Familie an der Ecke zu Pastors Busch wohnt. Das müsste der Kleine nämlich, um auf der anderen Straßenseite den Fuß- und Radweg entlang der Bottroper Straße zu erreichen.

Bei der Kirchhellener CDU stößt der Anwohner mit seiner Sorge auf Verständnis. „Alle müssen hier ja über die Straße. Das gilt nicht nur für die Schulkinder, sondern auch für ältere Leute, die zum Beispiel zur Bushaltestelle wollen“, meint Vorsitzender Rainer Hürter. Auch viele Spaziergänger wollen die Trasse überqueren, wenn sie ihre Hunde ausführen, hat Anwohner Christian Bicker beobachtet, und auch etliche Jogger auf ihrem Weg in Richtung Wiesental. „Es gibt es nur zwei Fußgängerüberwege: den einen an der Gregorstraße und den anderen an der Hauptstraße“, kritisiert auch Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder. Das sei über eine solche Distanz wie an der Bottroper Straße eigentlich unzumutbar. Denn einen beidseitigen Fußweg gebe es erst in der Nähe des Ortskerns ab Höhe der Hackfurthstraße. Der eine oder andere Fußgängerüberweg mehr sei da schon nötig, schlägt er vor. Dabei sieht die Union durchaus, dass die Stadt dabei auf Okay und Hilfe des Landes angewiesen ist. „Die Bottroper Straße ist ja eine Landstraße“, meint auch CDU-Vorsitzender Hürter. „Wenigstens einen Überweg mehr sollten wir aber dennoch hinbekommen“, hofft Bezirksbürgermeister Schnieder.

Schulwege sollten eigentlich besonders sicher sein

Auch CDU-Vorsitzender Hürter gibt zu bedenken, dass ja gerade Schulwege besonders sicher sein sollten. Der Weg durch die Siedlung sei für viele Kinder auf dem Weg zur Gregorschule weitaus länger als entlang der Bottroper Straße. Auch die CDU-Landtagsabgeordnete, Anette Bunse, fordert deshalb: „Stadtplanung müsste hier viel besser auf die Bedürfnisse der Leute abgestimmt werden“. Neue Wohngebiete auszuweisen sei das eine. „Dazu gehört dann aber auch, sich die Wege von Leuten genauer anzuschauen und die Frage zu beantworten: Wie komme ich hier sicher von A nach B“, sagte die Landtagsabgeordnete, die dabei ausdrücklich nicht nur die Wege von Autofahrern, sondern vor allem vom Fahrradfahrern und Fußgängern im Auge hat.

CDU-Chef Hürter erinnert in diesem Zusammenhang an die teils heftig geführte Debatte über die so genannten Helikopter-Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Gerade an der Gregorschule habe das ja zuletzt immer wieder zu schwer überschaubaren Verkehrssituationen geführt. „Das ist ja etwas, das wir gerade nicht haben wollen“, betont der Ratsherr.

Nicht allein zur Schule

Welche Alternative aber sieht Anwohner Christian Bicker, wenn er den Schulweg seines Sohnes doch als so gefährlich einstuft, dass er den Siebenjährigen eben nicht allein zu Fuß zur Schule gehen lassen mag? „Im Moment fahren wir ihn lieber mit dem Auto dorthin“, betont Christian Bicker.