Alpincenter in Bottrop will Halde mit Abfall stabiler machen

Um das Alpincenter zu stabilisieren sind die ersten Vorbereitungen zur Haldenaufschüttung zu erkennen.
Um das Alpincenter zu stabilisieren sind die ersten Vorbereitungen zur Haldenaufschüttung zu erkennen.
Foto: W. Labus / FUNKE Foto Services
Ein Gemisch aus Hausmüllasche und Hüttenschlacke soll am Nordhang eingebaut werden. Das ruft Proteste der Bürgerinitiative im Stadttteil hervor.

Bottrop.. Das Alpincenter will zur Stabilisierung seiner Bergehalde bald Hunderttausende Kubikmeter an Hausmüllasche aufschütten lassen, die mit Hüttenschlacke vermischt ist. „Der Grund für dieses Material besteht hauptsächlich darin, dass es statisch perfekt ist, und wir eine durchgehend homogene Anschüttung erreichen“, teilte Alpincenter-Geschäftsführer Harold van Kranen der WAZ mit.

Die Bürgerinitiative Boy/Johannestal protestiert jedoch in einem Offenen Brief an Oberbürgermeister Bernd Tischler gegen diese Füllstoffe. „Es wäre ein Unding, so etwas so nah an einer Wohnsiedlung zuzulassen. Man kann das dann ja wohl als eine neue Art Mülldeponie bezeichnen“, sagte Beatrix Kowert, die Sprecherin der Initiative. Die Stadtverwaltung Bottrop bestätigt in ihrer Darlegung für den heute tagenden Umweltausschuss des Rates, dass es sich „bei dem Gemenge formal um einen Abfall handelt“.

Nur gute Böden

Die Bürgerinitiative verweist indes darauf, dass an den Nordhang der Halde nur gute Böden angeschüttet werden sollten. Sie zitiert zum Beispiel aus einem Protokoll des Landschaftsbeirates. Danach versicherten mehrere Ressortleiter der Stadt, dass zur Stabilisierung der Halde nur Böden „mindestens der Güteklasse Z1“ verwendet würden. So werden Böden hoher Qualität bezeichnet. Eine schlechtere Bodengüteklasse dürfe nicht eingebracht werden, erhielt der Landschaftsbeirat zur Auskunft.

Das ist jetzt offenkundig anders. Die Bezirksregierung Münster signalisierte bereits ihre Zustimmung zu der Verwendung des Gemisches, das zu drei Vierteln aus den Hausmüllverbrennungsresten und zu einem Viertel aus Schlacke aus der Kupfererzeugung besteht. Zur Bedingung macht die Bezirksregierung, dass die Haldenseite mit einem Betongemisch und Matten aus dem Deponiebau abgedichtet wird. Laut Stadtverwaltung stimmte auch das Landesumweltministerium ausdrücklich nur für die Alpincenter-Halde dem Vorhaben zu.

Durch Verglasung unschädlich gemacht

Die Stadtverwaltung hält das nun vorgesehene Füllmaterial für umweltverträglich. Diese Hausmüllverbrennungsschlacke werde ja unter einer wasserundurchlässigen Abdeckung auch im Straßenbau verwendet. Die fragliche Hüttenschlacke wiederum weise zwar „erhebliche“ Gehalte an Schwermetall auf, die aber durch die so genannte Verglasung unschädlich gemacht seien.

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