Alle Möbel unter Dach und Fach

Eines der neuen Bäder im Hospiz - hier Hospizleiter Christoph Voegelin mit seiner Stellvertreterin Bettina Allkemper vor einer höhenverstellbaren Pflegebadewanne.l
Eines der neuen Bäder im Hospiz - hier Hospizleiter Christoph Voegelin mit seiner Stellvertreterin Bettina Allkemper vor einer höhenverstellbaren Pflegebadewanne.l
Foto: Michael Korte

Bottrop..  Bei Sonnenschein wirkt der neugestaltete Gartenbereich des Hospizes fast schon mediterran. Die graue Pflasterung führt entlang des Altbaus zum neu errichteten weißen Kubus, in dem die meisten Gästezimmer liegen. Über eine gepflasterte Rampe gelangt der Besucher barrierefrei in die frühere Arztvilla, die bald Entree, Verwaltungszentrum und Hauptaufenthaltsbereich für Bewohner und Besucher des Hospizes ist.

Im unteren Bereich blieb der alte Marmorboden und große Teile des Parketts erhalten. Hinter dem früheren Wohnzimmer, dass auch künftig gesellschaftliches Zentrum bleiben soll, öffnet sich der neue Wintergarten zur großen Terrasse. Gardinen hängen schon. Aber Sofas, Tische, Büromöbel stehen noch nicht am endgültigen Platz. Aber: „Alle Möbelstücke vom Sessel bis zum Krankenbett sind nun im Haus, der letzte Lastwagen wurde heute ausgeladen“, sagt Hospizleiter Christoph Voegelin.

Grün ist die neue Hospizfarbe

Die Spannung vor dem Endspurt ist allen anzumerken, auch Voegelins Stellvertreterin Bettin Allkemper und Geschäftsführer Paul Mensing-Göke. Von Montag bis zur Eröffnung am übernächsten Sonntag und zur offiziellen Inbetriebnahme Anfang März bleiben den Hauptamtlichen Mitarbeitern zwei Wochen, um das Haus kennen zu lernen, Einrichtungen und Geräte zu testen und künftige Abläufe zu entwickeln. „Anmeldungen sind aber ab sofort möglich“, sagt Voegelin.

Über Flure mit dezent grau-blau kariertem Teppichboden gelangt man in die einzelnen Zimmer, zum Treppenaufgang mit der alten Wendeltreppe der früheren Villa und in den würfelförmigen Anbau. „Vorgestern wurde der Aufzug vom TÜV abgenommen, die Bäder funktionieren, von den barrierefreien Duschen bis zur großen, höhenverstellbaren Pflegebadewanne. Weiß, Grau und Grün sind die vorherrschenden Farben.

„Grün ist eine Hauptfarbe des Hospizes“, sagt Jürgen Münnich vom Hospizbeirat und Förderverein. Er gehörte neben dem Leiter und Geschäftsführer mit seiner Kollegin Antje von der Gathen zum „Einrichtungsteam“. Wir wollten das Haus natürlich funktional aber auch wohnlich einrichten - möglichst aus einem Guss“, so Münnich. Dazu gehören auch Sessel und Tische zum Teil im Retro-Stil, der an die Erbauungszeit der Villa erinnert.

Um Bilder, die ebenfalls zum Stil des Hauses passen sollen, kümmern sich künftig Künstlerbund und Kunstgemeinschaft.

Spenden von 130 000 bis 150 000 Euro pro Jahr braucht das Haus auch künftig

Der letzte Arbeitsvertrag für eine der 14 hauptamtlichen Stellen wurde gestern noch unterzeichnet. Das Team ist komplett, das Hospiz kann ab März arbeiten. „Auch mit den Krankenkassen sind die Verhandlungen abgeschlossen, mit einem für uns sehr guten Ergebnis“, sagt Geschäftsführer Paul Mensing-Göke. Die Kassen übernehmen maximal 90 Prozent der Patientenkosten. Die restlichen zehn Prozent muss das Haus selbst aufbringen. Daher werden pro Jahr Gelder zwischen 130 und 150 000 Euro benötigt bei einer Auslastung des Acht-Betten-Hauses von 90 Prozent. Das bedeutet, dass große Aktionen wie der von Peter Stadtmann initiierte Stadtlauf weitergeführt werden müssen, durch den die Bottroper etwa die Hälfte der zusätzlich benötigten Mittel aufbringen könnten.

Der Bau und dessen Einrichtung kosteten etwa 740 000 Euro, Spenden und Nachlässe der beteiligten Unternehmen bereits inbegriffen. Dafür nahm man je 250 000 € von Sparkasse und Volksbank auf.

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