ADFC kritisiert Entscheidung der Bezirksvertreter

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Bottrop.  Beim ADFC Bottrop / Kirchhellen ist man unglücklich über die Entscheidung der Bezirksvertretung Mitte, die Fußgängerzone nicht für Radfahrer frei zu geben.

Vorstandsmitglied Heinz Brockmann kann die Entscheidung nicht nachvollziehen, zumal die Experten aus dem Arbeitskreis Radverkehr die Freigabe befürworten, darunter auch Polizei und Ordnungsdienst. „Und gerade die Polizei war am Anfang wirklich skeptisch, ebenso das Straßenverkehrsamt“, sagt Brockmann, der den ADFC in diesem Gremium vertritt, gegenüber der WAZ.

Das die Skeptiker nun eine Freigabe befürworten, sei ein eindeutiges Signal. „Wenn Polizei und Ordnungsdienst als Sachverständige zu dem Thema für eine Freigabe sind, was soll man dann dagegen haben?“ Es gäbe zahlreiche Städte, die mit einer Freigabe gute Erfahrungen gemacht hätten. Und in Bottrop seien die Fußgängerzonen breit genug und wichtig als Nord-Süd-Verbindung.

Appell an die Rücksicht

Brockmann appelliert an Radfahrer und Fußgänger, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Nur so würde eine Freigabe funktionieren. „Rüpelradler gibt es immer, egal ob man in den Fußgängerzonen radeln darf oder nicht. Folglich muss es in jedem Fall bei Kontrollen bleiben, egal ob die Fußgängerzonen freigegeben sind oder nicht“, so sein Fazit.

Tatsächlich schlägt das Thema hohe Wellen. Zustimmung und Ablehnung halten sich fast die Waage, das ist auch sichtbar in den Leserbriefen, die in der Redaktion eintreffen. Ein ähnliches Bild ergibt die Abstimmung auf der Internetseite der Bottroper WAZ. Hier hatten sich bis Sonntagnachmittag 134 Personen beteiligt. Eine knappe Mehrheit, nämlich 37 Prozent spricht sich für die Freigabe der Fußgängerzone aus. 31 Prozent der Teilnehmer fordern ein völliges Radfahrverbot in der Innenstadt, genau so viele sprechen sich für eine Beibehaltung der derzeitigen Regelung aus, wonach die Fußgängerzone von 19 bis 8 Uhr für Radler freigegeben ist.