75 Jahre Matthiaskirche in Ebel

Verbunden mit der Matthiaskirche (von links): Egon Bison, Ulrike Nyga, Pfarrer Martin Cudak und Klaus Wehrhöfer.
Verbunden mit der Matthiaskirche (von links): Egon Bison, Ulrike Nyga, Pfarrer Martin Cudak und Klaus Wehrhöfer.
Foto: WAZ FotoPool
Die katholische Gemeinde in Bottrop-Ebel feiert am Samstag (7. September) den 75. Geburtstag der Matthiaskirche. Ein Stein aus der Grabeskirche des Apostels in Trier ist dort noch heute sichtbar.

Bottrop..  Er ist hier geboren und aufgewachsen und wohnt noch heute quasi im Schatten des Kirchturms in Ebel. Und so ist Egon Bisons 74-jähriges Leben natürlich eng mit der Geschichte der nahezu gleich alten Matthiaskirche verknüpft: Am kommenden Samstag, 7. September, feiert die Gemeinde das 75-jährige Jubiläum der Kirche.

„Wir Ebeler mussten immer um unsere Kirche kämpfen“, stellt Egon Bison fest. „Zunächst darum, dass wir überhaupt eine Kirche bekamen und heute darum, dass sie bleibt.“ Eingeklemmt zwischen Essener Hafengebiet und Rhein-Herne-Kanal kämpft der Stadtteil schon seit langer Zeit mit seiner Insellage. „Einst gehörte der Stadtteil zu Essen und die Leute mussten weite Wege zur nächstgelegenen Kirche in Borbeck oder Dellwig zurücklegen“, weiß Klaus Wehrhöfer, Verwaltungsleiter der Pfarrei St. Joseph, zu der die St.-Matthias-Gemeinde inzwischen gehört.

„Schlichter Kirchenbau“

Mit dem Bau einer Volksschule und der Gründung eines Kirchbauvereins wurde der Wunsch nach einer eigenen Kirche jedoch immer größer. Und so schrieb der Dellwiger Pfarrer Matthias Lambertz 1932 an den Erzbischof in Köln: „Die heilige Messe in der Schule wird regelmäßig von 350 bis 400 Erwachsenen besucht, die den Schulsaal und den anliegenden Flur und das Treppenhaus dicht gedrängt füllen, und den Schulkindern ist es unmöglich, bei der heiligen Messe noch einen Platz zu finden.“ Das sei wohl der Auslöser für den Bau der Matthiaskirche gewesen, so Wehrhöfer. Und so begannen im Oktober 1937 die Bauarbeiten für „einen schlichten Kirchenbau“, der am 10. Juli 1938 eingeweiht wird. Der Apostel Matthias wird zum Namensgeber der Kirche, ein Stein aus dessen Grabeskirche in Trier wird in die Grundmauern eingearbeitet und ist noch heute sichtbar. „Nach den Kriegsjahren fehlte dem Grundstein allerdings eine Ecke“, berichtet Egon Bison. „Die wurde nachgearbeitet, und ich ergänzte das fehlende ‘L’ der eigentlich in Stein gemeißelten Schrift handschriftlich.“

Die Kirche, wie sie sich heute zeigt, wurde in den Nachkriegsjahren auf den alten Grundmauern erbaut, der Turm kam später. „Eigentlich war die neue Kirche viel zu groß und hoch, und wir bekamen kalte Füße“, meint Bison. Aber die Aufbruchstimmung in den Nachkriegsjahren sei unglaublich gewesen. So sei auch das Matthiashaus, das in diesem Jahr sein 60-jähriges Jubiläum feiert, in dieser Zeit von Gemeindemitgliedern gebaut worden. „Ich war vielleicht 14 oder 15, als wir nach der Schule mit unserem Klassenlehrer hier Steine kloppten“, schmunzelt Bison. Er selbst wurde in der alten Matthiaskirche getauft, war dort Messdiener, hat in der neuen geheiratet. Taufe und Kommunion der beiden Töchter waren ebenfalls in der Matthiaskirche. Bison: „Das ist schon eine enge Verbundenheit.“

 
 

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