75 Jahre Freiwillige Wehr Feldhausen - jetzt wird gefeiert

75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Feldhausen: Dieses Jubiläum wird Freitag und Samstag gebührend gefeiert.
75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Feldhausen: Dieses Jubiläum wird Freitag und Samstag gebührend gefeiert.
Foto: FUNKE Foto Services
Am Freitag und Samstag laden die Mitglieder der Wehr zu den Jubiläumsfeierlichkeiten ein. Freitag gibt es einen Festumzug, Samstag ist Familientag.

Bottrop-Kirchhellen.. Unter dem (inoffiziellen) Motto „Zu Gast bei Rekordhaltern“ feiert die Freiwillige Feuerwehr Feldhausen am Freitag und Samstag (10. und 11. Juli) ihr 75-jähriges Bestehen. Das Motto bezieht sich auf den Eintrag in Guinness-Buch der Rekorde, den die Wehrleute im Januar mit ihrem überdimensionalen Löschfahrzeug aus mehr als 4700 Getränkekisten geschafft haben.

Feuerwehren mit dem Gründungdatum im Kriegsjahr 1940 wie die Ortswehren von Grafenwald, die schon im Juni gefeiert hat, und Feldhausen stehen unter dem Generalverdacht, sie seien eine Einrichtung der Nationalsozialisten gewesen. Diesen Verdacht hat Heimatforscher Johannes Rottmann schon im Herbst 1989 zurück gewiesen, als er die Geschichte der Feldhausener Ortswehr aus Anlass des 50-jährigen Bestehens aufarbeitete.

Zwar gab es in Kirchhellen schon 1934 die ersten Verdunkelungs- und Luftschutzübungen, aber das Thema Freiwillige Feuerwehr scheint auf der politischen Agenda nicht vorgekommen zu sein, fasst Rottmann zusammen: „Seitens der politischen Führung der Gemeinde (Kirchhellen) scheint es zu keinem Anstoß zur Ausweitung besonders in Feldhausen und Grafenwald gekommen zu sein.“ Erst 1936 wurde erstmals öffentlich die Gründung eines Löschzuges „in Erwägung gezogen“, wie es im Protokollbuch der Wehr Kirchhellen heißt.

Es dauerte nochmals zwei Jahre bis im „Lokale Berger-Koop“ eine Werbeveranstaltung stattfand, zu der 13 Bürger erschienen. Und wieder ist offenkundig zwei Jahre lang nichts geschehen, bis am 10. Juni 1940 Franz Koop die Sache in die Hand nahm. Die Kirchhellener Kameraden vermerkten im Protokollbuch, er werde für die Mannschaften sorgen.

„Die Wehr dagegen bringt die Handdruckspritze nach Feldhausen und hält dann am 17. Juni 1940 die erste Übung ab.“ Deshalb sieht die Feldhausener Wehr das Datum 10. Juni 1940 als Geburtsstunde an. Erster Gruppenführer soll der Schuhmachermeister Wilhelm Möller aus Kirchhellen gewesen sein, vermerkt Rottmann in der Festschrift vorsichtig.

Sofort nach der Gründung bekam die neue Wehr gut zu tun: Das Werk in Scholven war ein häufiges Ziel von Bombenangriffen, daher wurde eine Luftwarnzentrale eingerichtet. Rottmann schildert den Meldeweg wie folgt: „Die eintreffende Alarmmeldung wurde zur Gastwirtschaft Berger durchgegeben, deren Bewohner daraufhin die auf dem Haus angebrachte Luftschutzsirene betätigte.

Mit dem Alarm musste sich die jeweils diensttuende Wachgruppe zu ihrem Wachlokal begeben, um dort mögliche Einsätze abzuwarten.“ Wachlokal war ein großer Name für die Erdbunker auf dem Schulhof. Deshalb wurde der Wachdienst in den Gasthof verlegt.

EURE FAVORITEN