554 Wohnungslose haben Hilfe gesucht

554 Menschen ohne festen Wohnsitz haben im Jahr 2014 in Bottrop Rat und Hilfe bei der Evangelische Sozialberatung Bottrop (ESB) gesucht. Darunter waren 388 Männer und 166 Frauen. Gegenüber 2013 waren die Zahlen 2014 leicht gestiegen. Damals haben 525 Wohnungslose Hilfe gesucht, darunter 369 Männer und 156 Frauen. Die größte Gruppe der Hilfesuchenden stellten 2014 in Bottrop Menschen zwischen 30 und 40 Jahren.

Diese Zahlen meldet jetzt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Insgesamt 16 163 wohnungslose Frauen und Männer wandten sich 2014 an eine der 27 Regionalen Beratungsstellen in Westfalen-Lippe. Das waren 4,9 Prozent mehr als 2013. Auch 2014 suchten deutlich mehr Männer (rund 72 Prozent) als Frauen Hilfe. Besonders hoch war in Westfalen-Lippe, anders als in Bottrop, der Beratungsbedarf in der Gruppe der 20- bis 27-Jährigen, die etwa 25 Prozent der Klienten ausmachen.

Die 27 Regionalen Beratungsstellen des LWL, hier ist das die Evangelische Sozialberatung Bottrop (ESB) kümmern sich in Westfalen-Lippe um Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt darin, Menschen bei der Sicherung bzw. Beschaffung und Erhaltung einer eigenen Wohnung zu unterstützen. In Bottrop gehört auch die Suppenküche Kolüsch, das „Restaurant der Herzen“ zum Angebot.

Die Beratungsstellen werden zur Hälfte vom LWL finanziert. Für das Jahr 2015 bedeutet das ein Finanzvolumen von rund 3,9 Millionen Euro - etwa genauso viel wie im Jahr 2014. Die andere Hälfte der Finanzierung übernehmen die Kreise oder kreisfreien Städte oder die jeweiligen Träger, in Bottrop die Stadt und die Kirche. „Wenn man die Unterkunftssituation vor und unmittelbar nach Ende der Hilfe betrachtet, ist eine deutliche Verbesserung der Lebensverhältnisse erkennbar“, sagte LWL-Sozialdezernent Matthias Münning im LWL-Sozialausschuss.

Hürden sind hoch

Das sei ein Nachweis für die Wirksamkeit der persönlichen Beratung und Unterstützung. „Bei 85 Prozent der Frauen und 76 Prozent der Männer konnten die sozialen Schwierigkeiten abgewendet, beseitigt oder gemindert werden - und das nachhaltig“, so der Sozialdezernent. Mehr als jede zweite Hilfe wurde planmäßig beendet.

Trotz der persönlichen Hilfe: Eine eigene Wohnung zu erhalten, werde für die Klientinnen und Klienten der Beratungsstellen immer schwieriger. Das liege an persönlichen Hindernissen wie negativen Schufa-Auskünften, vor allem aber an der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt, so Münning.

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