300 unbezahlte Arbeitsstunden für das Hospiz

Der Winter im Anmarsch und kein dichtes Dach: Für jeden Hausbesitzer keine gute Vorstellung. Der Neubau des Hospizes Bottrop ist nun frisch bedacht und kann der kalten Jahreszeit bald trotzen. Dass es zuletzt so schnell ging und dabei den Verein noch nicht einmal etwas kostete, das ist Marcus Krämer und seinen Mitarbeitern zu verdanken.

Der Chef des gleichnamigen Bottroper Dachdeckerbetriebs scheint nicht nur gut im Geschäft zu sein. Mit seiner Crew und Ehefrau Daniela hatte er auch überlegt, was an sozialem Einsatz möglich wäre. Denn: „Wir wollen uns dort wo wir leben und unser Geld verdienen auch engagieren“, sagt der Firmenchef, während seine Mitarbeiter sich schon einmal für das Foto auf dem Gerüst vor dem Hospizneubau in Position begeben. Fast 300 Arbeitsstunden haben er und seine acht Handwerkskollegen schließlich „gespendet“. „Eine Einrichtung wie das Hospiz kommt ja allen zugute - und wer weiß schon, wer wann einmal dort einen Platz benötigt“, sagt Krämer. Bei seinen Leuten habe er jedenfalls nicht lang Überzeugungsarbeit leisten müssen.

Die bisher größte Einzelleistung

Zum Dach-Komplettpaket gehören neben der anfänglichen Notabdichtung des Flachdachs auf dem kubusähnlichen Anbau des Hospizes an der Osterfelder Straße auch die Gefälledämmung, Abdichtung und die endgültige Bedachung der gut 100 Quadratmeter großen Fläche. Mit hochwertigen Systemen, versteht sich, denn man setzt auf Dauerhaftigkeit. Insgesamt kommen so der neuen Einrichtung für Sterbenskranke Material- und Arbeitsleistungen von 26 000 Euro zu Gute. 10 000 Euro seien davon bisher schon verbaut worden, so Krämer, dessen Betrieb seit 14 Jahren in Bottrop ansässig ist.

„Soviel hat kein einzelner Handwerker oder Betrieb bis jetzt geleistet“, sagt Heinz Wehres. Denn wenn es nach erster Euphorie einmal wirklich ans Eingemachte ginge, seien viele mögliche Helfer doch nicht so zur Stelle, wie zunächst erhofft, so der Beiratsvorsitzende des Hospizvereins.

Insgesamt zeigen sich allerdings sowohl Geschäftsführer Paul Mensing-Göke als auch der künftige Leiter des Hauses, Christoph Vögelin, zufrieden mit dem äußeren wie inneren Fortschritt, den das Hospiz macht. Jetzt ist beispielsweise die Riege der Hospiz-Mitarbeiter vollständig, die ab Februar dort fest angestellt sind. Und mit dem Innenausbau kann auch noch im Dezember begonnen werden.

EURE FAVORITEN