ZDF verfilmt Krimi zweier Bochumer Studentinnen

Andrea Kolpatzik
Sarah Wedler und Nadine d'Arachart verbringen ihren Alltag mit dem Schreiben.
Sarah Wedler und Nadine d'Arachart verbringen ihren Alltag mit dem Schreiben.
Foto: WAZ FotoPool
Die Bochumer Studentinnen Sarah Wedler und Nadine d’Achart bilden seit ihrem 12. Lebensjahr eine Schreib- und Arbeitsgemeinschaft. Nun wird ihr Einsatz belohnt: Ihr Debütroman "Die Muse des Mörders" wird vom ZDF und dem österreichischen Sender ORF verfilmt.

Bochum. Alles begann mit einem Stück Papier. 15 Jahre später füllt dieses Papier exakt 15 Koffer: Die Bochumer Studentinnen Sarah Wedler und Nadine d’Achart (beide 27) bilden seit ihrem 12. Lebensjahr eine Schreib- und Arbeitsgemeinschaft.

Bei dem Papier im Koffer handelt es sich um das erste Drehbuch ihrer Schreibkarriere. Aus dem Filmgeschäft hat sich das Duo aber inzwischen verabschiedet und schreibt nun Krimis - die von ZDF und ORF verfilmt werden.

Verfilmung kommt

„In der Filmbranche ist es sehr schwer, sich durchzusetzen“, sagt Sarah Wedler. Deshalb wechselten sie und ihre Co-Autorin das Fach und schrieben Krimis statt Drehbücher für Filmproduktionen. Mit Erfolg. Ihr Debütroman „Die Muse des Mörders“ wird jetzt sogar verfilmt.

Wahrscheinlich in Wien, denn in dem Krimi geht es um einen Mörder, der Menschen mit wertvollen Schmuckstücken eines Wiener Juweliers tötet. Spannend und kurzweilig ist er geschrieben, denn Sarah Wedler und Nadine d’Achart lieben das überraschende Moment. „Es gibt einen Wettkampf unter Autoren: Wem gelingt es, das Geheimnis um den Mörder bis zur letzen Zeile zu bewahren“, verrät Sarah Wedler.

Das Schreiben ist zu ihrem Alltag geworden. Viel Zeit für das Studium bleibt nicht. Quasi im Nebenberuf macht das Krimi-Duo an der Ruhr-Universität Bochum den Master in Sozialwissenschaften. Denn: „So schnell werden wir wohl nicht fertig. Das Schreiben steht momentan an erster Stelle“.

Gemeinsame Wohnung mit gemeinsamem Arbeitszimmer

An der Grundidee eines Romans feilt das Autoren-Duo gemeinsam, an den einzelnen Kapiteln arbeiten sie dann zunächst jeweils einzeln. Um sich besser abstimmen zu können, ziehen beide demnächst nach Bochum in eine gemeinsame Wohnung - mit nur einem Arbeitszimmer. „Wir arbeiten gern zusammen. Dann können wir uns schneller austauschen“, sagt Sarah Wedler.

Wien, USA und Irland - bisher spielten die Romane der beiden Bochumerinnen nicht in der Heimat. Das soll sich nun ändern: Den Schauplatz ihres nächsten Krimis haben die beiden Autorinnen ins Ruhrgebiet verlegt. Nach Bochum. Gerade erst haben Sarah Wedler und Nadine d’Archart das Bochumer Polizeirevier inspiziert - schließlich ist die Protagonistin ihres neuen Krimis eine Bochumer Polizistin. Die beiden Autorinnen bemühen sich um Detailtreue. Gar nicht so leicht, wenn es die eigene Heimat betrifft: „Das Besondere sieht man in der Fremde eher als zu Hause. Hier ist es alltäglich.“

Ganz können die beiden Bochumer Buchautorinnen dann aber doch nicht von Film und Fernsehen lassen: Am Drehbuch für die Verfilmung von „Die Muse des Mörders“ sind sie zwar nicht beteiligt, aber „wir hoffen natürlich, dass wir bei den Dreharbeiten zuschauen dürfen“.