Yoga bedeutet Entschleunigung vom Alltag

Bei der Langen Nacht des Yoga war Sarah Mattelé (Mitte) eine der Teilnehmerinnen.
Bei der Langen Nacht des Yoga war Sarah Mattelé (Mitte) eine der Teilnehmerinnen.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Rege war der Zuspruch bei der Langen Nacht des Yoga in Bochum. Mehrere Studios hatten zu Schnupperkursen eingeladen.

Bochum.. Unauffällig gelegen, im Hinterhof des Wohnstiftes Haus Lauenstein an der Gerberstraße, wurde die Naturheilpraxis von Ninja Weber am Samstagabend einer der Zielorte zahlreicher Yoga-Pendler aus ganz Nordrhein-Westfalen.

Obwohl der offizielle Beginn der Yoganacht auf sechs Uhr am Abend angesetzt war, startete Weber ihren ersten Schnupperkurs bereits deutlich verfrüht um viertel nach fünf. „Da waren schon alle Tücher belegt“, erzählte Shivapriya, wie sich Weber als Kursleiterin nennt. „So haben wir einfach früher angefangen und konnten diese erste Probestunde zudem etwas verlängern.“

Aerial-Yoga in roten Laken

Die Tücher waren große, von der Decke herabhängende, rote Laken, in die sich die Kursteilnehmer wie in eine Hängematte hineinlegen können. Diese Stoffbahnen sind ein zentraler Bestandteil im Aerial, einer mit der Akrobatik verwandten Form des Yoga; sie zeichnet sich durch die Möglichkeit des freien Hängens aus, wo der Ausübende kopfüber im zum Seil gerollten Tuch hängt, nur gehalten vom Tuch selbst, das sich um seinen unteren Rücken und seine Beine schmiegt. „Das entspannt die sonst durch die Schwerkraft belastete Wirbelsäule“, erklärte Shivapriya ihren wissbegierigen Kursteilnehmern.

Außerdem sagt man dem Aerial-Yoga eine entgiftende Wirkung nach. So liegt das zum Seil gerollte Tuch bei einigen Übungen recht stramm an Bauch, Rücken oder den Gliedmaßen an; dies soll Giftstoffe aus dem Körper pressen, wie Wasser aus einem aufgedrehten Waschlappen.

„Nach einer Yoga-Stunde ist alles frei und locker“, erzählte Teilnehmerin Alexandra Bergmann, „und währenddessen kann man einfach mal abschalten. Yoga ist Entschleunigung vom Alltag.“ Eigentlich kommt Bergmann aus Lüdinghausen, doch für die Yoga-Nacht ist sie extra nach Bochum gekommen.

Entspannung und Sport

Yoga ist Entspannung aber auch Sport, doch vor allem sei Yoga „ein Weg in die Einheit mit dem großen Ganzen“, wie Weber ihre ganz persönliche Gefühlswelt offenbarte. Dabei geht es ihr keineswegs um eine religiöse oder spirituelle Bekehrung ihrer Teilnehmer. „Jeder kann bei mir mitmachen; mir persönlich ist die spirituelle Komponente sehr wichtig, doch auch derjenige, der nur sein Rückenleiden behandeln möchte, ist hier sehr gerne gesehen“, sagt sie.

Neben ihrer Naturheilpraxis nahmen acht weitere Studios in Bochum und Herne an der Yoga-Nacht teil. Wer es zeitlich und körperlich schaffte, konnte in mehreren der insgesamt neun Studios eine Schnupperstunde belegen. Man musste sich lediglich vorher angemeldet und ein Eintrittsbändchen gekauft haben. Dieses kostete zehn Euro und galt die ganze Nacht in allen Studios.

 
 

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