Wo können in Bochum Gewerbe- und Wohnflächen entstehen?

Andreas Rorowski
Der frühere Opel-Parkplatz für Neufahrzeuge an der Alten Wittener Straße wäre nach Einschätzung der Verwaltung gut als Gewerbefläche geeignet.
Der frühere Opel-Parkplatz für Neufahrzeuge an der Alten Wittener Straße wäre nach Einschätzung der Verwaltung gut als Gewerbefläche geeignet.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
  • Die Stadtverwaltung hat eine Liste mit potenziellen Gewerbe- und Wohnflächen vorgelegt
  • Die Vorschlagsliste für Gespräche mit dem RVR, umfasst insgesamt 18 Flächen
  • Jetzt muss die Politik in Bochum über die Liste beraten und Entscheidungen treffen

Bochum. Eng werden könnte es in Bochum, sollte es der Stadt auf absehbare Zeit nicht gelingen, neue Flächen für die Entwicklung von Gewerbe- und Industrieflächen (GIB) sowie von allgemeinen Siedlungsbereichen (ASB) bereit zu stellen. 82 Hektar GIB sowie 24,3 Hektar ASB fehlen nach Einschätzung des Regionalverbandes Ruhr bis 2034.

Die Suche nach verwendbaren Arealen hat nun begonnen, wobei nach einem Grundsatzbeschluss des Rates die Wiederverwendung industrieller Brachen Vorrang vor Eingriffen in den Freiraum haben sollte. Zwei besonders gut geeignete GIB hat die Verwaltung nun ausgemacht: eine 3,2 Hektar große Fläche an der Hansastraße in Wattenscheid und den 3,9 Hektar großen früheren Aufstellplatz für Opel-Neufahrzeuge an der Alten Wittener Straße in Laer, auf dem derzeit eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet ist. Die Vorschlagsliste für Gespräche mit dem RVR, der an einem neuen Regionalplan arbeitet, umfasst außerdem 13 bedingt geeignete GIB mit einer Flächengröße von 142,7 Hektar. Insgesamt wurden 18 Flächen geprüft.

Geeignete Flächen für Siedlungsbau

Gut geeignet sind nach Einschätzung der Verwaltung außerdem drei potenzielle allgemeine Siedlungsbereiche (ASB), nämlich am Watermanns Weg in Wattenscheid (1,9 Hektar), am Berliner Platz (Wattenscheid/2,1) und der Güterbahnhof in Langendreer (3,7) unweit des Volksparks. Weitere 16 Flächen mit einer Größe von insgesamt 84,9 Hektar sind bedingt geeignet. Etwa 3000 zusätzliche Wohneinheiten ließen sich nach Schätzungen darauf realisieren. Nur eine der 20 geprüften Areale komme nicht in Frage.

Auch Konfliktbereiche bahnen sich an, so wie bei dem zwei Hektar großen ehemaligen Betriebsgelände von Jahnel Kestermann an der Hunscheidstraße in Wiemelhausen. Beides, Gewerbegebiet und Wohnbebauung, ließe sich an dieser Stelle realisieren. Am Ende wird die Politik entscheiden. Die hat im übrigen die Vorschlagsliste der Verwaltung bereits erweitert. Sowohl SPD/Grüne als CDU haben Änderungen und Erweiterungen der Liste eingereicht. Am Ende, so Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD), komme es darauf an, „dass eine große Mehrheit der Politik die ausgewählten Flächen mitträgt“.

Ernst wird es zwar voraussichtlich erst in etwa 18 Monaten, wenn die formale Beteiligung Bochums an dem Verfahren beginnt. Aber bis dahin gibt es viel Redebedarf: Zwei Stadtgespräche sind allein im Sommer anberaumt: erst zwischen RVR und den am regionalen Flächennutzungsplan beteiligten Städten (25. August) und dann ein kommunales Gespräch in Bochum (12. September).