Witten

Wittenerin rührt mit dieser Rede zu Tränen – „Mir läuft die Zeit davon“

Die gebürtige Wittenerin berührte das Publikum mit ihren Worten.
Die gebürtige Wittenerin berührte das Publikum mit ihren Worten.
Foto: Christine Pörsch

Witten. Bis zu ihrem 17. Lebensjahr verlief ihr Leben ganz normal. Doch dann hatte Saskia Melches Probleme beim Laufen. Sie ging zu mehreren Ärzten, die zunächst nicht wussten, woran sie litt. Dann die Diagnose: genetische Muskelerkrankung. Heute sitzt die 37-Jährige aus Witten im Rollstuhl, ist 24 Stunden am Tag auf Hilfe angewiesen.

Doch sie hat ein Ziel: anderen Menschen Mut machen.

Wittenerin hält eine bewegende Rede beim „Speaker Slam“ und rührt damit zu Tränen

Und genau deshalb hat sie am Freitag auch am sogenannten Speaker Slam in München teilgenommen, auf einer Bühne gestanden und über ihre Träume gesprochen. „Mir ist es wichtig, Menschen zu inspirieren, ihnen Kraft zu geben. Und zu zeigen, was mit einer körperlichen Einschränkung möglich ist“, erklärt die gebürtige Wittenerin im Gespräch mit DER WESTEN.

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Fünf Minuten hatte sie Zeit, um ihr Anliegen beim Speaker Slam vorzutragen. Sie beginnt ihren Vortrag mit der Frage: „Wer von euch hat denn Träume?“

Und dann erzählt sie von ihren Träumen, mit einer alten Dampflok fahren zum Beispiel oder mit einem Heißluftballon fliegen, mit einem Hund am Meer schwimmen und wie ein Kind die Düne herunterrollen, tauchen zu gehen oder mit einem Boot über den Amazonas zu schippern...Und dann macht sie einen Cut. Macht dann deutlich, dass es tatsächlich nicht ihre Träume sind, sondern ihre Erinnerungen.

„Sechs Monate später hätte ich das gar nicht mehr geschafft. Mir läuft die Zeit davon“, sagt sie und spricht ruhig weiter. Sie erinnert daran, Träume zu leben und nicht aufzuschieben. „Seid euch bewusst, dass sich euer Leben durch eine Krankheit oder durch einen anderen Schicksalsschlag stark verändern kann“, so Melches.

Hier kannst du dir die Rede der Wittenerin beim Speaker Slam anschauen:

Ihre Rede kannst du dir hier ab etwa Minute 37 anschauen. Dort erzählt sie auch noch von ihren aktuellen Träumen.

Im Anschluss ist zu sehen, wie eine Zuschauerin sich die Brille abnimmt und sich die Tränen wegwischt. „Hinterher ist auch ein anderer Speaker zu mir auf die Bühne gekommen und hat mir eine Tulpe überreicht. Seine Augen waren feucht. Ich habe ihn ganz ganz tief im Herzen berührt, sagte er mir,“ erklärt die Rollstuhllfahrerin weiter.

„Und das war mein Ziel: die Menschen zu berühren und aufzuklären.“

Und das macht sie nicht nur mit Worten auf der Bühne. Seit 18 Jahren lebt sie mittlerweile in Ostfildern, in der Nähe von Stuttgart, und ist dort ehrenamtlich tätig, setzt sich unter anderem im Verein „Mobil mit Behinderung“ ein.

Auch einen Youtube-Kanal hat die 37-Jährige. „Ich möchte erklären, was es bedeutet ein Leben im Rollstuhl zu führen“. Dabei spricht sie auch Tabuthemen an. „Ich bin ganz offen und rede über meine Krankheit. In einem Video erkläre ich, wie Rollstuhlfahrer beispielsweise zur Toilette gehen können.“

Der „Speaker Slam“ wird am 5. April im TV ausgestrahlt

Der „Speaker Slam“, ein Rednerwettstreit, wird von dem Vortragsredner und Autor Hermann Scherer organisiert. 65 Teilnehmer sprachen jeweils fünf Minuten auf der Bühne vor 160 Zuschauern über ein Thema ihrer Wahl vor einer Jury, die im Nachhinein die besten Redner kürte.

Der komplette Mitschnitt des Speaker Slams wird am 5. April beim privaten Fernsehsender Hamburg 1 im Rahmen der „Speaker Night“ ausgestrahlt. (js)

 
 

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