Wirtschaftsförderung in Bochum soll effektiver werden

An der Viktoriastraße arbeiten EGR und Wirtschaftsförderung ohnehin schon unter einem Dach. Organistorisch werden sie nun in einer Holding zusammengefasst.
An der Viktoriastraße arbeiten EGR und Wirtschaftsförderung ohnehin schon unter einem Dach. Organistorisch werden sie nun in einer Holding zusammengefasst.
Foto: WAZ
Unter dem Dach einer Holding soll die Arbeit der Entwicklungsgesellschaft Ruhr-Bochum und die städtische Wirtschaftsförderung besser verzahnt werden. Noch in diesem Jahr wird die Holding gegründet. Wer diese Gesellschaft leiten soll, ist jedoch noch ungewiss.

Bochum. Untergebracht sind sie schon im gleichen Gebäude an der Viktoriastraße. Und künftig sollen Bochums Wirtschaftsförderung und die für Flächensanierung und Immobilienmanagement zuständige Entwicklungsgesellschaft Ruhr (EGR) auch organisatorisch unter ein Dach schlüpfen.

Sollte die Politik nächste Woche im Haupt- und Finanzausschuss ihr Okay geben und sollten noch ungeklärte steuerrechtliche Hindernisse überwunden sein – für Freitag ist eine Antwort angekündigt – wird noch in diesem Jahr die Wirtschaftsförderung Bochum Holding GmbH als „strategischer Überbau“ gegründet.

Zustimmung nur Formalie

Darunter werden die Tochtergesellschaften EGR und Wirtschaftsförderung, aus dem Amt wird eine GmbH, angesiedelt. Sie sollen die strategischen Vorgaben umsetzen. Die Zustimmung für das Konstrukt scheint nur eine Formalie zu sein. CDU-Ratsherr Roland Mitschke sagte im Wirtschaftsausschuss: „Endlich ist es so weit. Wir wollen nicht mehr diskutieren.“

Beendet wird ein lange währendes Nebeneinander zweier städtischer Aufgabenbereiche, die künftig besser verzahnt werden sollen und die nach den Vorstellungen von Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz „Wirtschaftsförderung aus einer Hand“ möglich machen. „Ich erhoffe mir eine gemeinsame strategische Ausrichtung.“ Gewünscht sind Synergieeffekte und nicht, wie in der Vergangenheit dem Vernehmen nach häufig geschehen, Blockade oder Doppelarbeit.

Jährlich sechs Millionen Euro Kapital von der Stadt

Betroffen sind 37 Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung. 35 von ihnen haben sich damit einverstanden erklärt, im Rahmen einer Personalgestellung bei gleichen Rechten und Pflichten für die GmbH tätig zu sein. Die Stadt wird jährlich sechs Millionen Euro Kapital in die Gesellschaft einbringen. Das entspricht dem Aufwand des Wirtschaftsförderungsamts.

Mehr als 100 Beschäftigte hat die EGR, die Anfang 2014 unter das Holding-Dach schlüpfen soll. Vorher gebe es noch organisatorische und rechtliche Fragen zu klären, so Ulf Dannehl. Er hat die Arbeit an der neuen Organisation moderiert.

Headhunter soll Kandidaten suchen

Wer künftig die Fäden in der Bochumer Wirtschaftsförderung in der Hand halten wird, ist noch ungewiss. Erst nachdem die Strukturen abgesegnet sind, werden mit Hilfe eines Headhunters Kandidaten für den einflussreichen Posten gesucht. Eine Findungskommission trifft eine engere Wahl, der gesamte Aufsichtsrat die finale Entscheidung. Bedeckt hält sich die Oberbürgermeisterin in der Frage der Dotierung für den „Manager“. Angesichts des Aufgabenpakets dürfte es um einen sechsstelligen Betrag gehen, dessen erste Ziffer nicht unbedingt eine 1 oder 2 sein wird.

Zwei Neue werden gesucht

Der neue starke Mann oder die starke Frau wird nicht nur die Holding leiten und dem Verwaltungsvorstand der Stadt angehören, sondern auch jeweils einer der beiden Geschäftsführer der „Töchter“ Wirtschaftsförderung und EGR sein. Deren „Teil-Leitung“ steht schon.

Der Amts-Chef der Wirtschaftsförderung Heinz-Martin Dirks soll in der GmbH mit an der Spitze stehen. Bei der EGR bleibt der frühere Dezernent Paul Aschenbrenner der Chef – solange bis für den Pensionär ein Nachfolger gefunden ist. Dieser wird – wie zunächst Aschenbrenner – neben dem Opel-Vertreter Enno Fuchs auch die Leitung der Gesellschaft Bochum Perspektive 2022 übernehmen, die sich um die Nachfolgenutzung der Opel-Flächen kümmert und die Ende Januar in einer Sondersitzung des Rates gegründet werden soll.

Aufgabenteilung noch ungeklärt

Die Aufgabenteilung der jeweils zwei Geschäftsführer ist noch nicht geklärt. Sie kann hierarchisch oder allein nach Aufgabenfeldern erfolgen. Alle finalen Entscheidungen trifft der Holding-Geschäftsführer.

Von welchem Schlag der sein soll und ob er das richtige Parteibuch haben muss, wird sich zeigen. Zum Vergleich: Unlängst wurden ähnliche Posten besetzt. Dortmunds neuer Wirtschaftsförderer heißt Thomas Westphal (46). Er war in gleicher Funktion für die Metropole Ruhr tätig. Diese verpflichtete als Nachfolger Rasmus Beck (31), der von Hannoverimpuls kommt. Beide gehören der SPD an.

 
 

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