Wie weit sind die Sterne weg?

Die neue Show im Planetarium heißt: „Milliarden Sonnen“
Die neue Show im Planetarium heißt: „Milliarden Sonnen“
Foto: WAZ FotoPool

Bochum. Die Menschheit kommt von dieser Frage nicht los. Wie weit sind die Sterne weg? Und was sind sie eigentlich? Antworten darauf könnte es im Jahr 2020 geben. Dann werden die Ergebnisse des ESA-Satelliten Gaia ausgewertet sein. Seit dem 19. Dezember 2013 vermisst er: eine Milliarde Sterne unserer Milchstraße.

„Milliarden Sonnen – eine Reise durch die Galaxis“, die neue Show im Planetarium ist deshalb nicht nur ein Erklärstück zur Arbeit dieses noch recht jung Satelliten. Er ist auch ein Werbefilm, wie Prof. Susanne Hüttemeister, die Leiterin des Planetariums, sagt. „Nasa und Hubble, das kennen viele. ESA und Gaia, da sehe ich dann oft Fragezeichen.“ Das wird sich ändern. Das soll sich ändern. Spätestens wenn Gaia seine Arbeit gemacht hat, sie vollständig ausgewertet ist und deutlich genauere Erkenntnisse darüber liefert, ob der Erde auf absehbare Zeit ein Kometenabsturz droht.

Der Satellit wird fünf Jahre aktiv sein, dann wird er abgeschaltet. Zwei Jahre wird es danach noch dauern, um alle Daten zu erfassen und in Relation zu setzen. Bei dieser „Milchstraßen-Archäologie“ werden schließlich Daten erfasst und in einer Art Exel-Tabelle aufgeführt, die, wenn sie auf Papier gedruckt würden, zwei Millionen Ordner füllen würden.

Hoffnung auf ein klareres Bild der Milchstraße

„Am Ende“, sagt Hüttemeister, „werden wir ein deutlich klareres Bild davon haben, wie unsere Milchstraße aussieht. Wie es bislang ist, muss man sich ungefähr so vorstellen: Sie werden in einem Wald abgesetzt, sind umgeben von Bäumen und dürfen sich nicht bewegen. Sie sollen jetzt aber sagen, wie groß der Wald ist, welche Bäume darin sind, wie groß sie sind, wie sie aussehen.

So sah die Vermessung der Milchstraße bisher aus. Da sah man einen kleinen Hund, wusste aber nicht, ob es ein Pekinese oder ein Bernhardiner ist, ob er also vielleicht noch wächst.“ Gaia, mitfinanziert von deutschen Steuergeldern, wird das ändern. Er wird Abstände zwischen Sternen messen, ebenso ihre Bewegungen. Er arbeitet so genau, dass er aus einem Meter Entfernung messen kann, wie viel ein Haar eines Menschen innerhalb weniger als einer Sekunde wächst. Schwierig vorzustellen.

Die neue Planetariumsshow liefert zumindest Erklärungen. Alltagstaugliche. Unterhaltsame. Unterhaltsam auch deshalb, weil die Produzenten für die deutsche Version, die Show läuft international, zwei bekannte Synchronsprecher gewinnen konnten: Norbert Langer, der unter anderem Tom Selleck (Magnum) die Stimme leiht, sowie Schauspieler Peter Kaempfe.

 
 

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