Bochum

Wie „Smuskind“ vom Ruhrgebiet aus die Welt des Drum 'n' Bass erobern und was ihr Name mit der Geistersuche auf einem Schloss zu tun hat

Smuskind erobern aktuell vom Ruhrgebiet aus die Welt des Drum 'n' Bass.
Smuskind erobern aktuell vom Ruhrgebiet aus die Welt des Drum 'n' Bass.
Foto: Smuskind
  • Die DJs „Smuskind“ aus dem Ruhrgebiet erobern aktuell die Welt des Drum 'n' Bass
  • Wir haben mit Jonas Asiedu (27) aus Bochum über die Arbeit der Gruppe, das Musikbusiness und Geistersuche geredet

Bochum. Wer auf Drum 'n' Bass aus dem Ruhrgebiet steht, kommt an Smuskind nicht vorbei. Treibende, deepe und spacig-sphärische Beats umgibt die Musik der DJs Jonas (27) und Orga (32) aus Bochum und Datteln.

Doch nicht nur bei Drum 'n' Bass, sondern auch bei Dubstep, Trap und Popsounds ist das Duo beheimatet. „Wir sind nicht unbedingt auf ein Genre fixiert. Manche unserer Sachen, die auch in anderen Genres zu finden sind, veröffentlichen wir unter anderem, um zu zeigen, dass wir nicht nur Drum 'n' Bass können.“

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Das Duo ist dabei eigentlich ein Trio, wie Jonas Asiedu erklärt. Neben Jonas und Orga ist auch Jan Seiler, der bei der Gruppe für Fotos und Videos zuständig ist, von Anfang an dabei. „Er hat alles miterlebt und uns gepusht“, sagt Jonas. „Auch wenn wir als Artists zu zweit sind, sehen wir ihn auf jeden Fall als Bestandteil an.“ Auftritte absolvieren die Herren mittlerweile in Österreich, den Niederlanden und Großbritannien.

Ein ganz besonderer Auftritt

Dabei kommt es immer wieder zu witzigen Situationen, wie Jonas erklärt. „Bei einer Veranstaltung wurde die Musik beispielsweise nur über die Kopfhörer ausgespielt und wir haben das beide nicht gemerkt. Da haben wir ein paar Minuten lang aufgelegt und waren total im Modus, aber das Publikum hat nichts gehört und uns nur komisch angeguckt. Erst Jan hat uns darauf hingewiesen“, erzählt er lachend.

Der Weg zu internationalen Auftritten und Plattenfirmen sei steinig gewesen, erklärt Jonas. „Klar kannte man uns irgendwann in Bochum und es gab Releases und erste Aufmerksamkeit. Aber bei Drum 'n' Bass ist es so, dass man irgendwann gucken muss, dass man im englischen Bereich landet. Da kommt DnB nun mal her und dort auf dem Schirm zu landen, ist nicht leicht. Das erfordert maßlose Geduld.“

„Wenn man damit rechnet, kann einen das auch nicht aufhalten“

Er könne gar nicht mehr zählen, wie häufig er Musik an Labels geschickt hat, sagt Jonas. Zwei Prozent der Firmen hätten sich gemeldet, davon habe ein Prozent wirklich Interesse gezeigt. „Häufig wird man auch enttäuscht“, sagt er. Man solle nach Absagen aber nicht aufhören. „Ich rechne mit sowas. Und wenn man mit sowas rechnet, kann einen das auch nicht aufhalten.“

Mit Addictive Behaviour, einem Label aus London, wo die Jungs seit Kurzem unter Vertrag sind, habe man den Fuß nun halb in der Tür. „Jetzt sollten wir auch durch die Tür gehen können“, sagt Jonas zuversichtlich.

Smuskind beim Reggae Summer 2018 in Mülheim

Daneben kommen auch Auftritte in NRW nicht zu kurz: Beispielsweise legen Smuskind auf dem Ruhr Reggae Summer in Dortmund auf. Die Verbindung zum Reggae ergibt sich durch das Genre „Jungle“, das aus Spielarten des Reggae entstanden ist. Jungle wiederum gilt als Vorläufer von Drum 'n' Bass und ist der Grund, warum Jonas zu DnB gekommen ist. Denn schon sein Vater war Teil einer Jungle/Dub-Band. „Damit war ich in dem Genre seit meiner Geburt drin“.

So hat alles angefangen

Nachdem Jonas Asiedu Schlagzeug gelernt und begonnen hatte aufzulegen, lernte er beim Skaten Orga kennen. „Der ist eines Tages beatboxend an mir vorbeigefahren“, erklärt Jonas. „Unsere erste gemeinsame Show haben wir in Krefeld gespielt, dann überwiegend in Bochum. Dann haben wir immer mehr zusammen produziert und waren zufällig auch Nachbarn, was wir gar nicht wussten.“

Freund und DJ-Kollege Orga macht seit etwa 15 Jahren Musik, schätzt Jonas, der im täglichen Leben Schulbegleiter ist und einem Kind an der Realschule durch den Alltag hilft. Auch Orga hat die Musik bisher nicht zu seinem Hauptberuf gemacht und arbeitet als Elektriker.

Wie kam es zum Namen Smuskind? Geisterjagd?

Zum Ursprung des Namens Smuskind halten sich die Herren aus Spaß bedeckt. „Wir erzählen diesbezüglich immer eine andere Geschichte, weil wir es einfach witzig finden“, sagt Jonas. Diesmal geht die Geschichte so: „Orga und ich waren vor ein paar Jahren mal in einem Schloss auf Geisterjagd. Irgendwann haben wir einen gefangen und seine letzten schaurigen Laute waren "Smuuuuuuskiiiiiind" und wir so: "Bö, geiler Name".

So ähnlich verhält es sich auch mit dem Namen Orga. „Niemand weiß, wie Orga wirklich heißt und jeder nennt ihn Orga“, erklärt Jonas. „Sogar seine Eltern zum Teil. Manche denken, den Orga gibt es gar nicht, obwohl man ihn auf Fotos sehen kann. Manche denken auch, Orga macht die Fotos. Manche denken, Orga ist ein erfundenes Maskottchen.“ Ist Orga vielleicht sogar der Geist im Schloss? „DAS kann tatsächlich sein“, sagt Jonas lachend.“

 
 

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