Widerstand gegen Containerdorf in Bochum-Weitmar

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services
Anwohner sehen Bolzplatz „Am Kuhlenkamp“ als ungeeigneten Standort für eine Flüchtlingsunterkunft an. Die Stadt lässt Gelände erkunden.

Bochum.. Anfang der Woche haben Sondierungsbohrungen auf dem Gelände des Bolzplatzes unweit der Straße Am Kuhlenkamp in Weitmar begonnen. Es gibt weiterhin Bedenken etlicher Anwohner gegen die Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft in Wohncontainern für bis zu 224 Menschen auf diesem Gelände, das mitten in einem ruhigen Wohngebiet liegt.

Eine Initiative um die Anwohner Rolf Schüth und Martin Poettgen, dessen Haus unmittelbar an das Gelände der geplanten Unterkunft grenzt, hat bereits über 300 Unterschriften gesammelt und hat nach eigenen Angaben Sorge, dass jetzt dieses von vielen Menschen genutzte Naherholungsgebiet auf lange Zeit zerstört werde. „Außerdem verstehen wir nicht, warum die Stadt nicht auf andere Flächen zurückgreift, die es auch hier in Weitmar gibt“, so Schüth. Als Beispiel nennt er brachliegende ehemalige Gewerbeflächen, die nur wenige Hundert Meter entfernt an der Rathenaustraße besser geeignet wären.

Martin Poettgen sorgt sich vor allem um die Sicherheit, wenn an dieser Stelle ein Containerdorf entstünde. „Das Gelände wird mehrfach im Jahr stark überflutet. Außerdem gibt es oberflächennahe Bergbaustollen“, so Poettgen. Von der Stadt erwarte er zumindest die Garantie, dass die Container nicht länger als die jetzt angegebenen drei Jahre dort aufgestellt würden. Zwar gibt es derzeit für das Gebiet keinen Bebauungsplan. Anwohner fürchten jedoch, dass nun durch die Erschließung Bauland geschaffen werden könnte.

Stadt kann keine Garantie geben

Stadtdirektor und Flüchtlingskoordinator Michael Townsend versteht die Sorgen der Anwohner, kann jedoch eine solche Garantie nicht abgeben. „Wir werden aber kurz bevor dort Container aufgestellt werden, die Anwohner zu einer Informationsveranstaltung einladen. Zu den derzeit laufenden bergbautechnischen Untersuchungen heißt es, dass die entsprechenden Ergebnisse bereits zum Ende der Woche vorliegen. Das gelte ebenso für ein angemahntes hydrostatisches Gutachten. „Es sieht aber so aus, dass wir das Wasserproblem an dieser Stelle in den Griff bekommen können.“

Zum Stand der Baumaßnahme bestätigt jetzt die Stadt auf Anfrage, dass die Container bereits bestellt und in Produktion seien. Es sollen rund 56 Wohneinheiten aufgestellt werden. Hinzu kommen zusätzliche Technik-, Büro, und Gemeinschaftseinheiten. Nach derzeitigem Stand der Planungen geht die Stadt davon aus, dass „Am Kuhlenkamp“ gebaut werden könne. Die Anlage soll demnach bis April aufgestellt und danach bezogen werden.

Anwohner besser einbinden - Ein Kommentar von Michael Weeke

Dass eine Flüchtlingsunterkunft mitten in einer ruhigen Wohngegend Änderungen und möglicherweise auch Belastungen mit sich bringt, dürfte niemand ernsthaft bezweifeln. Doch gerade die Situation in Weitmar zeigt, dass der Stadt nur wenig Spielraum bleibt.

Bereits in zwei Fällen wurden dort eigentlich schon festgelegte Standorte wieder gekippt. Nun steht die Verwaltung unter Zeitdruck. Der Bolzplatz Am Kuhlenkamp ist sicherlich alles andere als optimal. Er ist ein Kompromiss. Jetzt geht es darum, dass rasch Informationen folgen, um die Anwohner besser einzubinden.

 
 

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