Whisky-Messe steigt in der Jahrhunderthalle zum siebten Mal

Frank Gauert veranstaltet am Wochenende die siebte „Whisky’n’more“-Messe. Erstmals wird in der Turbinenhalle auch verkostet und gefachsimpelt.
Frank Gauert veranstaltet am Wochenende die siebte „Whisky’n’more“-Messe. Erstmals wird in der Turbinenhalle auch verkostet und gefachsimpelt.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Frank Gauert zieht seinen Treff für Whisky-Kenner und -Liebhaber zum siebten Mal auf. Dabei war seine erste Begegnung mit der Spirituose grauenhaft.

Bochum. Seine erste Begegnung mit Whisky war grauenhaft. „Bei der Abi-Feier schluckten wir einen miesen Rachenputzer. Ich weiß nur noch, dass ich mich übergeben habe – in einen Briefkasten“, sagt Frank Gauert und grinst. 40 Jahre später zählt er zu den ausgewiesenen Experten des Destillats im Revier. Am Wochenende lädt er zur siebten „Whisky’n’more“-Messe ein.

Als Event-Macher unter anderem bei der Forum GmbH in Castrop-Rauxel und im Herner Gysenbergpark verfügt der Bochumer über langjährige Erfahrung mit Veranstaltungen. „Das würde im Ruhrgebiet auch funktionieren“, glaubte er, als er 2008 eine Whisky-Messe in München besuchte. Akribisch arbeitete er sich in die Szene ein, las sich profundes Wissen an und bereiste das Whisky-Heimatland Schottland. 2009 zog er den ersten Whisky-Treff auf, im bescheidenen Rahmen im Jahrhunderthaus an der Alleestraße.

„Whisky’n’more“ war geboren.

2000 Besucher im Vorjahr

Gauerts Baby reifte wie ein guter Tropfen stetig heran. In der Gesellschaft Harmonie fand die Messe ab 2010 eine gediegene, aber bald zu kleine Heimstatt. Mit dem Wechsel 2014 ins Dampfgebläsehaus der Jahrhunderthalle erreichte Gauert 2000 Besucher – und hatte „Whisky’n’more“ endgültig etabliert.

Am Wochenende geht der 60-Jährige den nächsten Schritt. Das Dampfgebläsehaus wird nur noch für das Probetrinken („Tastings“) genutzt; fast sämtliche Termine sind bereits vergeben. Die Aussteller präsentieren ihre Produkte erstmals in der Turbinenhalle. „Mit 1000 Quadratmetern bietet sie ausreichend Platz für ausgedehnte und entspannte Genussreisen“, wirbt Gauert und frohlockt: „Whisky boomt, auch und gerade bei jüngeren Menschen zwischen 25 und 30.“ Eine lohnende Investition kann er obendrein sein. „Die Preise für Edelwhiskys haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt.“

Die Besucher im Westpark erwarten vorrangig Abfüllungen industrieunabhängiger Hersteller und Importeure als Single-Malt, Jahrgangs-Whisky, Einzelfassabfüllungen und Fassproben aus aller Welt. So wird neben Scotch u.a. Whisk(e)y aus Asien, Europa und den USA angeboten. Mit einem Probierglas können hunderte hochwertige Brände an den 25 Ausstellerständen verkostet werden (2cl ab zwei Euro). Wohlweislich ist im Eintrittspreis die VRR-Hin- und Rückfahrt enthalten.

Wer mag, kann auch einen „Bochumer Whisky“ probieren: Frank Gauert lässt seine Eigenmarke in eigens importierten Pflaumen- und Vanillefässern aus Schottland daheim im Wiesental nachreifen.

Das Abi-Trauma mit dem Rachenputzer scheint der Mann tatsächlich überwunden zu haben.

 
 

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