Wettbüro Kalkmann will eine Million Euro Schadensersatz von der Stadt Bochum

Wettgeschäfte an der Brückstraße in Bochum/Foto: Ingo Otto
Wettgeschäfte an der Brückstraße in Bochum/Foto: Ingo Otto
Foto: WAZ

Bochum. Über eine Million Euro Schadensersatz verlangt die auch in Bochum niedergelassene Sportwetten-Kette Kalkmann von der Stadt, nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster kürzlich entschieden hatte, dass die von den Städten verfügten Schließungen von Büros für Fußballwetten rechtswidrig gewesen waren. Kalkmann ist nicht der einzige, der von der Stadt Geld sehen will.

Auch Jakov Efroni bittet die Stadt zur Kasse. Aus demselben Grund wie Kalkmann. Jahrelang lag der Geschäftsmann mit dem Ordnungsamt im harten Clinch, weil er zwar eine Buchmacherlizenz für Pferdewetten besitzt, dann aber durch das Verbot, Fußballwetten abzuschließen, erheblich Umsatz einbüßte. „Die Stadt hat mich gesundheitlich ruiniert“, sagte er am Donnerstag der WAZ. „Mein Laden war früher der beste im ganzen Ruhrgebiet.“ Da Efroni einige Filialen hatte, will er auch Schadenersatz von den Städten Essen, Köln, Herne und Hamburg einfordern. Versöhnlich klingend meinte er: „Wenn einer von der Stadt kommen und sagen würde, wir haben einen Fehler gemacht, tut mir leid, dann wäre ich zu einer vernünftigen Einigung bereit.“

Ordnungsamtsleiter Firley bestätigt: „Kalkmann will über eine Million haben.“ Überrascht sei man schon über die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts: Es habe damit seiner eigene Rechtsprechung widersprochen. Ob die Buchmacher in Bochum tatsächlich Geld von der Stadt sehen, ist noch offen. Firley hält dagegen: „Wir haben unsere (Schließungs)-Maßnahmen auf Gesetze gegründet, die Maßnahmen waren damals deshalb legal.“

Bis Jahresende wollen sich die Innenminister auf einen neuen Glücksspielstaatsvertrag einigen, im Einklang mit dem Sportwettengesetz. Schon jetzt setzen einige Buchmacher in Bochum auf Sieg, sprich Fortbestand: An der Brückstraße, wo Kalkmann und Efroni sich behaupteten, gibt es Neueröffnungen: „Hattrick Sportwetten“ zwischen Metzgerei und Lottobude sowie „Sportwetten“ neben einem Döner-Imbiss.

 
 

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