Weiterbildungskolleg will internationaler werden

„Kreativ, international, anders“ lautet das Motto des Ottilie-Schoenewald-Weiterbildungskollegs. Mit dem Profil will das Kolleg vor allem neue Studenten ansprechen. Außerdem dient es sowohl als Aushängeschild für bisherige Projekte als auch als Leitfaden für Zukünftiges.

„Im letzten Semester haben wir uns zwei Tage lang mit der Schulentwicklungsgruppe in Klausur begeben und uns gefragt, wie wir zu einem Profil gelangen können“, sagt Schulleiterin Susanne Muthig-Beilmann. Das Ergebnis war dann das erwählte neue Motto.

Gefühl des Stolzes vermitteln

„Kreativ“ ist die Schule bereits in verschiedensten Bereichen. Im Rahmen des Literaturkurses werden beispielsweise Theaterstücke erarbeitet und Filme gedreht, es gibt eine freiwillige Kunst-AG und eine Schulband. „Es geht dabei nicht um Perfektion, sondern vor allem um die persönliche Weiterentwicklung“, so die Schulleiterin. Die Studierenden sollten das Gefühl vermittelt bekommen, stolz auf sich sein zu können.

„Anders“ ist die Schule bereits in ihrer Grundstruktur. Aufgenommen werden Studierende, die ihren Abschluss auf dem zweiten Bildungsweg machen wollen. Dabei ist die Schule kein Berufskolleg, es wird nicht auf einen speziellen Beruf hin ausgebildet, die Schule ist allgemeinbildend aufgestellt. „Damit sind wir interessant für die, die sich nicht beruflich festlegen wollen“, so Muthig-Beilmann. Eben genau richtig für alle diejenigen, die einen anderen Weg gehen.

Als Ziel hat sich das Kolleg gesetzt, den Punkt „Internationalität“ weiter auszubauen. Bereits jetzt werden regelmäßig Studienfahrten unternommen. Doch der internationale Fokus wird immer notwendiger: „Ein Einser-Abi ist keine Garantie mehr“, erklärt die Schulleiterin. Man müsse die Studierenden darauf vorbereiten, sich internationaler zu bewegen. Und auch die Lehrer sollten auf diesem Gebiet fortgebildet werden.

Einen Anfang macht im nächsten Jahr die internationale Lehrerfortbildung „How to make your school more international“. Dank einer Förderung von „Erasmus+“ nimmt daran auch das Weiterbildungskolleg teil. An vier Terminen werden verschiedene Lehrer der Schule in Finnland, Island, Malta und Italien neue Impulse mitbekommen. Die Ergebnisse sollen dann dokumentiert und an die übrigen Lehrer vermittelt werden. „Wir wollen von anderen Modellen lernen und diese auf unser Schulsystem anwenden“, hat die 51-jährige Schulleiterin sich als Ziel gesetzt.

In welchen Punkten der internationale Ansatz sich dann auf den Unterricht auswirken wird, darauf will sie sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht festlegen: „Das ist die Geburtsstunde des internationalen Fokus.“ Ideen gibt es aber schon. Zum Beispiel könnten die Studierenden in Zukunft stärker in die Planung eines Austauschs einbezogen werden oder bei einem Studierendenaustausch auch mal ein Unternehmen besuchen.

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