Weinmann wehrt sich gegen Opel

Klaus Buske

Rainer Weinmann wehrt sich gegen eine Abmahnung in seiner Personalakte. Er will sie aus der Akte entfernt haben. Die Firmenleitung wirft dem Opel-Vertrauensmann einen Verstoß gegen die Arbeitssicherheit vor. Es soll mit einem Gabelstapler „eine Absperrung durchbrochen“ haben und in eine Menschenmenge gefahren sein, erklärt Opel-Sprecher Alexander Bazio auf WAZ-Anfrage.

Die Absperrung sei ein Kunststoff-Flatterband gewesen, so Bazio auf Nachfrage. Der Werksschutz habe Weinmann aufhalten wollen. Weinmann hält dagegen und die Abmahnung für eine „politische Repressalie“: „Von mir gab es kein Fehlverhalten.“

Was war passiert?: Am Dienstag, 21. Mai, hatte Weinmann an der Betriebsinformation vor dem Werk I zur angekündigten Werksschließung teilgenommen. Er war mit dem Gabelstapler dorthin gefahren. Hinweise des Werksschutzes habe der Abgemahnte gar nicht befolgen müssen, so Rechtsanwalt Roland Meister, der Weinmann vertritt, weil allein der Betriebsrat das Hausrecht für die Versammlungsstätte inklusive der Zuwege habe. Die Werkssicherheit habe mit ihren Anweisungen gegenüber dem Kläger und ihrem Versuch, ihm den Zugang zur Versammlungsstätte zu verwehren, ihre „Befugnisse überschritten“.

Zudem gebe es keine Regelungen, die es dem Kläger verbieten würden, mit dem Gabelstapler zu einer Informationsveranstaltung zu fahren, setzt Meister fort. Die Abmahnung wertet der Jurist als einen „direkten Eingriff in die Rechte der Belegschaft und ihrer gewählten gewerkschaftlichen Vertreter und des Betriebsrats.“ Weinmann ist - streitbarer - Vertrauensmann und Ersatz-Betriebsrat der Liste Offensiv bei Opel Bochum.

Unterstützung erhält Weinmann durch Opel-Betriebsrätin Annegret Gärtner-Leymann und Steffen Reichelt, stellvertretender Leiter der IG-Metall Vertrauenskörperleitung. Die Geschäftsführung versuche, aktive Kollegen für ihren Protest zu maßregeln und damit die ganze Belegschaft einzuschüchtern, kritisieren sie.