Wat Schönret gibt et nich !?

Die Leserbeiräte Dietmar Vogt, Wolfgang von Lengerke und Philipp Rentsch undposieren mit einer Currywurst vor dem Wursthaus Kšnig.
Die Leserbeiräte Dietmar Vogt, Wolfgang von Lengerke und Philipp Rentsch undposieren mit einer Currywurst vor dem Wursthaus Kšnig.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Der WAZ-Geschmackstest zur Einführung der Currywurst bei McDonalds.

Bochum. „Kommse vonne Schicht, wat schönret gibt et nich, als wie Currywurst“ – unsterbliche Zeilen, die Herbert Grönemeyer da vor ziemlich genau dreißig Jahren einsang, ja fast wonnig heulte. Seit gestern gibt es das allerschönste aller Schnellimbissgerichte auch bei McDonalds: McCurry. Eine Kulturrevolution? Der Untergang des Abendlands? Die WAZ hat es getestet. Drei Leserbeiräte und zwei Kochprofis aßen sich durch das C-Wurst-Angebot in der Bochumer City. Dreimal Currywurst, drei Philosophien.

„Braucht kein Mensch“

Die Leserbeiräte Wolfgang von Lengerke, Dietmar Vogt und Philipp Rentsch snackten, dazu Ralph Curanz, Küchendirektor vom Livingroom und Strätlingshof-Küchenchef Dennis Schwind. Los ging es mit der Novität. Die Zubereitung der McDonalds-Wurst (2,99 Euro mit Brötchen) bleibt dem Auge des Käufers verborgen. Der erste Eindruck: „sehr Ketchup-lastig“, findet Vogt, „sehr süß“ meint Rentsch, Schwind findet die Wurst „fast wie eine Frikandel, mit wäßriger Konsistenz“, Curanz bekrittelt den „künstlichen Beigeschmack“ und von Lengerke bemerkt gar „harte Stellen in der weichen Wurst“.

Auch im Verlauf der Verkostung geht die Jury hart ins Gericht mit der Wurst aus dem Hause des Fabrik des Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß. Nicht gebraten, fast frittiert schmeckend, fluffige Konsistenz, Curanz bringt es auf den Punkt: „Braucht kein Mensch“.

Bratwursthaus: Nicht auf den Mund gefallen

Nächster Stopp: das Bratwursthäuschen am Engelbert. Beim Tester-Quintett wird es seinem Ruf als Currywurst-Mekka gerecht. Die gebratene Wurst (Currywurst mit Brötchen 2,30 €) findet ungeteilte Zustimmung, die Sauce wird mehrheitlich gelobt: „Der Geschmack bleibt stehen“, heißt es, „sehr komplex, gute Würze“ und „da braucht man ein Bier zu“. Auch besser als beim Amerikaner: die Kommunikation. Die Damen sind bekanntlich nicht auf den Mund gefallen.

König: Die Sauce ist eine Katastrophe

Dritte Station. Wursthaus Königin der Grabenstraße 1. Royal finden die Testesser hier vor allem die pure Wurst. Dietmat Vogt findet sie habe „Biss, ist knackig“, Dennis Schwind schmeckt „ordentlich Fleisch“ raus - aber fast alle sind sich einig, dass die Sauce „eine Katastrophe“ sei. „Zu wenig Currygeschmack“ ist da der Hauptkritikpunkt, auch „Künstlichkeit“ wird wieder bemängelt. „Die Wurst von König und die Sauce vom Bratwursthäuschen, das wär ideal“, so die These von Ralph Curanz.

Der Schnelltest hat also ein klares Ergebnis: ein K.O.-Sieg für die heimischen Produkte. Metzger-Handarbeit kommt – zumindest bei unseren Experten – viel besser an als die McWurst.

 
 

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