„Wat is en Dampfmaschin?“

Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Junge Forscher erkunden die Universität. Mehr als 600 Besucher kamen zum Tag der Offenen Tür ins Alfried Krupp-Schülerlabor der RUB. Bei Wissensspielen, Rätseln und Experimenten lernten sie verschiedene Fachbereiche kennen. Als ein experimentierfreudiger Ort stellte sich die Ruhr-Universität am Wochenende den Besuchern des Alfried Krupp-Schülerlabors vor.

Der Tag der offenen Tür, der in diesem Jahr zu den Feierlichkeiten rund um das zehnjährige Jubiläum der Einrichtung gehört, lockte Kinder, Jugendliche und Eltern mit lehrreichen Mitmachaktionen. Die Geisteswissenschaften und die so genannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) luden über fünf Stunden lang zu niedrigschwelligen Projekten ein: von dadaistischen Gedichten bis hin zur etwas schwierigeren Erklärung von Teilchenbeschleunigern.

An mehr als 15 Stationen konnten jüngere und ältere Schüler unter Fachmännischer Anleitung von Dozenten oder fortgeschrittenen Studenten spielerische Einblicke in die Wissenschaft bekommen. Kreativ und fantasievoll ging es im Projektraum der Geisteswissenschaften zu. Allerlei Zeitschriften und Werbeblätter hatte Germanistikstudent Johannes Richter auf einem großen Tisch verteilt. Mit Schere und Klebestift machten sich die Besucher dort an ihr dadaistisches Werk: eine Collage aus Buchstaben und Wortfetzen – ihr erstes Lautgedicht, das sie anschließend auch vortragen durften. Unter Anleitung des angehenden Deutschlehrers konnte hier jeder zum Künstler werden und gleichzeitig ein neues Sprachgefühl bekommen.Am Tisch nebenan versuchten Historiker, die Geschichte möglichst lebendig zu vermitteln: mit Ausschnitten aus Tagebüchern historischer Personen. Hier durften die Schüler ihrer Fantasie freien Lauf lassen und die Geschichten selbst weiterspinnen: Wie etwa könnte das Leben eines Jugendlichen im alten Rom ausgesehen haben, so ganz ohne Smartphone und Internet? Was könnte er erlebt oder gespielt haben? Mit solchen Überlegungen werde ein Bewusstsein für das Leben in vergangenen Zeiten geschaffen, erklärte Dozentin Kathrin Klausmeier. „Das machen wir auch mit Studenten.“ Richtig experimentell ging es unterdessen in den Laborräumen zu. Hier lernten die Geschwister Lara (10) und Lennart (12) mit Kitteln und Schutzbrillen ausgerüstet die Funktionsweise einer Dampfmaschine kennen – ein Spielzeug, das ihr Vater noch in seiner Jugend besaß. Im Schülerlabor stellte der Fachbereich Chemie die Energiewende dar: von der fossilen Energiegewinnung der Dampfmaschine bis hin zur Solarzelle. Bei den jungen Gymnasiasten jedenfalls weckte das Schülerlabor die Lust am Forschen: Großen Spaß mache es, da waren sich die Geschwister einig.
„Und in der Schule dürfen wir noch nicht so viel selbst experimentieren“, fügte Lennart (7. Klasse) hinzu.

 
 

EURE FAVORITEN